Category Archives: Datensparsamkeit

Schwarze Datenlöcher

Heute betrachte ich den Zusammenhang zwischen Online-Konten und Datenhandel.
Mir kommt es mitunter so vor, als ob Daten, die wir online preisgeben – egal ob über uns selbst oder über andere – in einem schwarzen Loch verschwinden.

Nun da ich diese These schriftlich formuliert lese, offenbart sich der Mangel der Analogie:
Ein schwarzes Loch ist es nur für den Datenlieferanten.
Der Datensammler hingegen scheint nicht an die physikalischen Gesetze der Schwerkraft in einem schwarzen Loch gebunden zu sein – er kann nach Belieben über die gravitativ angezogenen Daten verfügen (wohlgemerkt, Datendiebe übrigens auch).

Das ist kein Mond!

Das tückische im Zusammenhang mit Online-Plattformen ist, dass wir weder sehen noch ahnen, welche Daten über uns gesammelt werden – und in welchem Umfang dies geschieht.

Vielleicht lernen wir zukünftig, ein für unsere Privatsphäre gesundes Misstrauen gegenüber diesen Diensten zu entwickeln – aber momentan haben wir derlei Fähigkeit noch nicht ausreichend ausgeprägt.
Es ist erschreckend, wie groß das Ausmaß der Datensammelgier in den virtuellen Welten ist, in denen wir uns bewegen.
Aktuell kann man das wieder bei der Dating-Plattform Tinder beobachten.
Hier hat der Anbieter nicht nur diejenigen Daten gehortet, welche der Nutzer bei Tinder offengelegt hat; Interessantes aus Profilen von Facebook oder Google+ wurde ebenfalls gesammelt und alles miteinander korelliert.
Und schon hat Tinder ein aussagekräftiges und umfassendes Profil über seine Nutzer zusammengestellt.

Uns sind oftmals die Möglichkeiten der Betreiber von Online-Portalen nicht bekannt und die daraus abzuleitenden Szenarien sind uns zumeist nicht bewusst. Häufig ist uns gar nicht klar, auf welche Datenquellen die Betreiber Zugriff haben (aus denen diese sich bedienen können, um ein umfangreiches Profil über uns zu erstellen).
Dies alles geschieht natürlich nur, um uns “besser kennenzulernen” oder um mit uns als Kunde “eine klarere Kundenbeziehung” aufbauen zu können.
Wie wir bei genauer Betrachtung dieser Gründe sehen, verdrehe ich die Fakten ganz unfair zu Ungunsten der Datenkraken – entschuldigung, wieder so ein snowdenscher Versprecher – der Innovatoren natürlich.
Aber was geschieht denn nun mit unseren Daten ?
Verdichten sie sich immer mehr im Schwerkraftfeld des informatorischen Schwarzen Lochs?
Oder nutzen die kundenfreundlichen Innovatoren diese verdichteten Daten vielleicht doch für dunkle Zwecke weiter?

Datenschürfen im schwarzen Loch

Wie kommt nun dieser Zusammenhang zwischen Online-Konten und Datenhandel zustande?
Schwarze Löcher dürfen wir uns nicht wie Staubsauger vorstellen.
Sie ziehen nicht aktiv Dinge wie Raumschiffe, kleinere und größere Planeten, Sterne und unvorsichtige Astronauten in ihr extremes Schwerkraftfeld.
Schwarze Löcher haben – ganz in Abhängigkeit ihrer Größe – immer nur die Masse ihrer Sonnen, aus denen sie entstanden sind.
Das reicht jetzt vom mikroskopisch kleinen Schwarzen Loch bis zum supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum einer Galaxie.

Das bedeutet, erst wenn unsere Daten den Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs – also quasi den Point of no Return – überschritten haben, erst dann werden sie unwiderbringlich von der Schwerkraft des Schwarzen Loches angezogen.
Und erst dann tragen diese Daten zur Zunahme der Masse dieses speziellen Schwarzen Datenloches bei.

Allerdings übertreten unsere Daten den Ereignishorizont bereits, sobald wir sie preisgeben.
Egal ob es sich um Daten handelt, die wir in einem Online-Formular eingeben.
Oder um Informationen, die wir auf sozialen Plattformen posten.
Oder ganz einfach um die Lokationsdaten, die unsere Smartphones übermitteln, wenn wir unterwegs sind.
Alle unsere Daten überqueren den Ereignishorizont und erhöhen somit die Masse des Schwarzen Datenlochs.

Schön wäre es, wenn unsere Daten wirklich in einem Schwarzen Datenloch verschwänden und eben dort unwiderbringlich festgehalten würden.
Leider ist dem nicht so.
Wenn ich Datenkraken mit Schwarzen Löchern gleichsetze und die Preisgabe unserer Daten mit dem Überschreiten des Ereignishorizonts vergleiche, dann beginnt meine Analogie stark zu hinken.
Denn der Weg in ein Schwarzes Loch ist unumkehrbar.
Aber ich gestatte mir an dieser Stelle die künstlerische Freiheit des Autoren.
Und um meiner Analogie gerecht zu werden, gebe ich den Datenkraken die technische Möglichkeit, Daten aus dem Schwarzen Datenloch zu schürfen.
Vielleicht stellen wir uns das ungefähr so vor, wie wir es von den Guardians of the Galaxy kennen – in der Minenkolonie von Knowhere.

Stellen wir uns weiter vor – und an dieser Stelle folgen wir wieder der physikalischen Theorie von Stephen Hawking – dass die Schwarzen Datenlöcher die in Ihnen gesammelten Informationen wieder freigeben, wenn sie das Zeitliche segnen.
Damit stehen die gesammelten Daten wieder zur Verfügung und können für die weitere Verarbeitung genutzt werden.

Worauf ich hinaus will ist folgendes:
Wir verlieren die Kontrolle über unsere Daten, sobald wir diese aus unserem Einflussbereich lassen.
Und das geschieht in dem Moment, in dem wir wissentlich oder unwissentlich Informationen erzeugen.

  • eine Kurznachricht versenden,
  • einen Post bei Facebook liken
  • oder uns einfach irgendwo mitsamt unseres Fitness-Trackers bewegen.

Datenkraken und -händler profitieren davon.
Diese können und werden auf unsere Daten zugreifen.
Sie werden sie schürfen, korellieren und weiter verkaufen.

Dunkle Datenmaterie

Dunkle Materie ist ein weiteres physikalisches Postulat, um das Universum und überhaupt alles darin (und wahrscheinlich darum herum auch) zu erklären.
Das Vertrackte an dunkler Materie ist, dass sie nicht direkt sichtbar ist – aber trotzdem rein rechnerisch vorhanden sein muss.
Das kommt mir verdächtig bekannt vor, wenn ich über unsere Daten nachdenke.
Die Auswirkungen der Daten, die wir erzeugen (und die über uns gesammelt werden) sind auch nicht direkt sichtbar – aber sie sind da.

Wir sollten im Auge behalten (und in unserem Bewusstsein), dass alles, was wir digital und speicherbar von uns geben, auch dauerhaft verfügbar ist – und im Zweifel gegen uns verwendet wird.
Auch wenn wir dies nicht direkt mitkriegen und die Auswirkungen nicht sofort sehen.
Genau wie Dunkle Materie im Universum überall um uns herum vorhanden ist, so sind auch Daten, die wir erzeugen und die uns betreffen, allgegenwärtig.
Beides nehmen wir nicht unmittelbar wahr, aber beides beeinflusst unser Leben.

Der Vorteil von Daten gegenüber Dunkler Materie ist jedoch, dass wir Einfluss darauf haben.

Wir haben es im Griff, welche und wie viele Daten wir in Umlauf bringen.

Und in dem Maße, in dem wir Daten einsparen, reduzieren wir auch den gravitativen Einfluss der Schwarzen Datenlöcher auf unsere digitale Identität.

Astrophysiker sind keine Raketenwissenschaftler

“Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie!
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor.”

Ähnlich wie Goethes’ Faust geht es wohl nun auch dir, lieber Leser, nach diesem astrophysikalischen Ausflug.
Dir schwirrt der Kopf nun wie einst Sputnik um die Erde und du fragst – zu Recht! – was aber nun tue ich?
Bin ich doch kein Raketenwissenschaftler, Astrophysiker noch weniger!
Aber sei beruhigt – wir müssen weder das Eine noch das Andere sein, um unsere Privatsphäre vor dem gravitativen Zugriff der Schwarzen Datenlöcher zu bewahren.
Daher heute eine universelle Handreichung zum einfachen Datenschutz:

  • Drum prüfe, was ich ewig speichere:
    sei Datensparsam – sei dir bewusst, dass alles, was du digital von dir gibst, dauerhaft gespeichert wird
  • Don’t feed the Black Holes:
    nochmals – sei Datensparsam – je weniger du über dich preisgibst, desto besser für deine Privatsphäre
  • Datenwurmlöcher zwischen Schwarzen Datenlöchern sind dein Untergang:
    verknüpfe keine Online-Konten miteinander – halte deine digitalen Identitäten strikt getrennt
  • Setze nicht alles auf eine Weltraumkarte:
    Diversifiziere deine Online-Aktivitäten – dein Kurznachrichtendienst in dieser Galaxie, deine soziale Plattform in jener, dein E-Mail-Anbieter in einer anderen.

TL;DR

  • Houston, we have a Problem: Astrophysiker sind keine Raketenwissenschaftler
  • Wir sehen sie nicht und doch ist sie vorhanden: Dunkle Datenmaterie
  • Minenarbeiter im Himmlischen Wesen: Datenschürfen im schwarzen Loch
  • Genau so tückisch wie der Todesstern – Datenkraken: Das ist kein Mond!

Unsere datenkosmische Reise soll weder von datenhungrigen Schwarzen Löchern noch von konsumhungrigen Ferengiflotten oder imperialen Datenstürmern aufgehalten werden – daher lasst uns zu erfahrenen Datanauten werden und die immensen Vorteile einer modernen Datenzukunft lernen.
Sicher, datensparsam und informatorisch selbstbewusst.
Datenschilde hoch, Energie!

Potemkinsche Dörfer

Potemkinsches Dorf - Prof. Henner Herrmanns - BUGA 2011Was haben Online-Konten mit Potemkinschen Dörfern zu tun?

Betrachten wir doch hierzu zunächst, woher der Begriff des Potemkinschen Dorfes kommt:
Historisch nicht belegt – aber der Sache ihren Namen gebend – war Feldmarschall Grigori Alexandrowitsch Potjomkin.
Dieser soll für Zarin Katharina II. Schaudörfer errichtet haben, um die tatsächliche Beschaffenheit der Landschaft bei einem Besuch der Zarin zu verschleiern.
Denn hinter den theaterkulissenartigen Fassaden versteckte sich lediglich karges Brachland.
Auch heutzutage wird der Einsatz Potemkinscher Dörfer genutzt, um renovierungsbedürftigen Häusern einen oberflächlichen Glanz zu verleihen.

Meiner Ansicht nach erleben wir dieses Vorgehen mittlerweile auch beim Aufbau von Online-Plattformen, -Shops und anderen Formen virtueller Interaktionsmöglichkeiten.

Strahlend schön nach außen – und dahinter nur Brachland

Potemkinsches Dorf - entlarvt - Prof. Henner Herrmanns - BUGA 2011Mit der wundervoll prächtigen Fassade locken heute viele Online-Portale neue Kunden an.
Hier kommt mir Galadriel, die Herrin von Lothlorien in den Sinn:

“In the place of a Dark Lord you would have a Queen!
Not dark but beautiful and terrible as the Morn!
Treacherous as the Seas!
Stronger than the foundations of the Earth!
All shall love me and despair!”

Von außen betrachtet wirkt alles frisch, hip, sehr innovativ und ganz leicht.
Als interessierter Neubürger eines solchen Potemkinschen Dorfes erhalte ich allerdings von außen keinen Einblick in die Situation und Infrastruktur meines zukünftigen virtuellen Wohnsitzes.
Die Außensicht endet bei der glanzvollen Fassade.

Ich muss meine Entscheidung, dort ansässig zu werden, allein auf dem äußeren Anschein aufbauen.
Erst wenn ich gewillt bin, mich dort anzusiedeln – und bereits meine ersten Daten dem Feldmarschall dieses speziellen Potemkinschen Dorfes überlassen habe – erst dann erfahre ich, wie es um die tatsächliche Beschaffenheit der Online-Plattform abseits des Augenscheins bestellt ist.

Die echte Funktionalität und die tatsächliche Qualität eines Online-Angebots sehen wir leider erst, wenn wir bereits angemeldeter Nutzer des Dienstes sind. Die Bedienbarkeit beispielsweise; Wirklichkeitsabgleich gegen Werbeversprechen sozusagen.
Dann ist es allerdings schon zu spät – was die Sicherheit unserer Daten (und unsere Privatsphäre) angeht.

Diese negative Auswirkung können wir jedoch umgehen, indem wir uns für jedes Online-Angebot bei dem wir uns anmelden, eine eigene E-Mail-Adresse anlegen.

Denn die E-Mail-Adresse ist das am häufigsten genutzte Identifikationsmerkmal für Plattformen dieser Couleur.

Pfusch am Bau

Die ursprünglichen Potemkinschen Dörfern bestanden aus bemalten Theaterkulissen vor Brachland.

Ganz so krass sind die virtuellen Ausgaben dieser vorgespiegelten Realität meist nicht, steht man als Nutzer doch nicht vollkommen im Ödland.
Aber der Vergleich zur verpfuschten Bauruine liegt nahe.

Das fatale an dieser Situation ist, dass der durchschnittliche Nutzer einer solchen verpfuschten Online-Bauruine nicht feststellt – zumeist auch nicht feststellen kann – , dass er sich in einer Bauruine aufhält.
Erst nach und nach kommen die unschönen Tatsachen ans Licht.
Wenn ich in einer Bauruine wohne, kann ich das in aller Regel sofort festellen (auch wenn ich kein Handwerker bin).

  • Da sehe ich auf den ersten Blick, wenn Fliesen schlampig verlegt sind.
  • Ich erkenne auch ohne fachliche Ausbildung, wenn bei den Fugen gepfuscht wurde.

In einer virtuellen Bauruine ist das etwas problematischer.
Hier erkenne ich als Laie nicht, wenn eine untaugliche Technologie als Basis für ein solches digitales Potemkinsches Dorf genutzt wird.
Auch eine handwerklich mangelhafte Umsetzung grundsätzlich tauglicher Technologien bemerken wir als Nutzer nicht.
Online ist das Problem Pfusch am Bau anders gelagert als Offline.
In der virtuellen Welt treten die Probleme einer fehlerhaften oder schlampigen Implementierung nur sehr selten offensichtlich zu Tage.
Hier wirken sich diese viel stärker im Hintergrund (quasi unsichtbar) aus – für die Nutzer sind mögliche Folgen allerdings umso gravierender; beispielsweise durch unbeschränkte Zugriffsmöglichkeiten auf hinterlegte Nutzerdaten.

Der Schutz von Nutzer- bzw. Kundendaten wird häufig immer noch als Kostenfaktor (und nicht als Wettbewerbsvorteil) angesehen.

Es bedarf zusätzlichen Entwicklungs- und Pflegeaufwands, um eine Online-Plattform so zu gestalten, dass die Daten der Nutzer sicher aufbewahrt werden.
Leider kenne ich an dieser Stelle keine einfache und pragmatische Lösung für das Dilemma. Der durchschnittliche Nutzer ist zumeist nicht in der Lage, zu erkennen, ob er sich in einem von Online-Handwerkern nach allen Regeln der Kunst gebauten virtuellen Haus befindet oder ob es sich um eine von Hilfsarbeitern zusammengepfuschte Bauruine handelt.

Ich denke, es hilft, wenn wir uns selbst - oder andere - fragen, ob wir diesen Dienst benötigen.

Komm zu uns, wir haben Kekse!

Eine weitere Wirkung eines digitalen Potemkinschen Dorfes ist seine Anziehungskraft aufgrund seiner täuschenden Strahlkraft.

Hier werden Versprechungen postuliert, welche erst überprüft werden können, wenn wir den – oftmals – falschen Versprechungen erlegen sind.
Werbeversprechen sind stets – online wie offline – mit einem besonders kritischen Auge zu betrachten und zu hinterfragen.
Wenn sich dazu noch der Umstand gesellt, dass wir außer den Werbebotschaften nichts haben, um das Angebot zu prüfen, bevor wir uns zur Nutzung dieses Angebots verpflichten, dann grenzt ein derartiges Geschäftsgebaren meines Erachtens an unlauteren Wettbewerb.

Es zeigt sich auch an anderer Stelle das ungleiche Macht- und Informationsgefälle zwischen Diensteanbietern und -nutzern:
Wir Nutzer müssen dem Anbieter bereits bei der Anmeldung unsere Daten übergeben, erhalten dafür im Gegenzug jedoch lediglich einen ersten Einblick in Gestaltung und Umfang seines Angebots.
Ein schlechter Tausch, wie ich finde.

Für etwas derartig wertvolles wie meine Daten erwarte ich eine bessere Gegenleistung als nur einige überzogene Versprechungen und aufwändig gestaltete Grafiken.
Wir müssen unbedingt die Interessen des Diensteanbieters im Fokus behalten, wenn wir uns für einen Potemkinschen Anbieter entscheiden.

Es gibt nichts umsonst – ganz besonders im Internet gilt es, dies zu beachten.

Je aufwändiger die Theaterfassade des Potemkinschen Online-Dorfes gestaltet ist, desto höher wird der Preis, den wir als Nutzer dafür zahlen müssen.
Ganz besonderen Argwohn sollten wir hegen, wenn das Angebot als kostenlos angepriesen wird.

Genau dann kostet es uns besonders viel - nämlich unsere Daten, unsere Privatsphäre und letztlich unsere Freiheit.

Welcome to the Hotel California

Allzu oft zeigen sich Potemkinsche Plattformen als das Hotel California:

“You can checkout anytime you like but you can never leave.”

Damit schliesst sich der  Kreis zu meinem vorigen Artikel:
Wenn wir uns erst mal für einen Online-Dienst angemeldet haben, fehlt uns oft genug die Möglichkeit, diesen Dienst wieder zu verlassen.
Und selbst wenn wir uns abmelden – unsere Daten bleiben auf alle Fälle dort.
An dieser Stelle kommt mir ein Frühwerk der Ärzte ins Ohr:

“Du kannst gehen, aber deine Kopfhaut bleibt hier.”

Wir haben leider nie die Gewissheit, dass die Daten, die wir freiwillig preisgegeben haben – Harry Potter, ick hör dir trapsen:

“Flesh of the servant, willingly sacrificed, you will revive your master.”

– auch tatsächlich und unwiderbringlich gelöscht werden, wenn wir dies wünschen.

Alles, was wir online preisgeben, dient in erster Linie den Datenkraken – nicht uns.
Daher, überlegt euch wohl, was ihr preisgebt – schließlich wollen wir Lord Voldemort nicht zu neuer Macht verhelfen.

Gerade – und an dieser Stelle höre ich mich pessimistisch unken – Start-ups scheinen im epidemisch wuchernden Online-Markt nicht mit einem privatsphären-affinen Hintergrund gesegnet zu sein.
Ganz besonders, wenn es sich um Jungunternehmer neo-liberaler, transatlantischer Provenienz handelt.
Hier gilt der Datenschutz nur gerade so viel, dass er die Daten des Diensteanbieters, nicht jedoch die des Dienstenutzers schützt.

Darum nochmals meine dringende Exklamation:
Datensparsamkeit!

TL;DR

  • Außen hui – innen pfui: Strahlend schön nach außen – und dahinter nur Brachland
  • Handwerk hat goldenen Boden – IT nicht: Pfusch am Bau
  • Da hab ich mich wohl versprochen: Komm zu uns, wir haben Kekse!
  • It’s a Trap: Welcome to the Hotel California

Also, was machen wir mit den meta-virtuellen Potemkinschen Dörfern – denn virtuell sind Potemkinsche Dörfer ja ohnehin schon.

Kritisch sein.
Wachsam sein.
Weniges das glänzt ist tatsächlich Gold.

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Du kommst hier nicht raus!

Jetzt aber.
Ab heute erquicke ich euch, liebe Leser, mit einer neuen Artikelserie:
Online-Konten.

Haben wir alle.
Vielleicht ohne es zu wissen.
Vielleicht viel mehr als wir wirklich nutzen.
Und wahrscheinlich mehr als wir benötigen.
Es ist ja auch irrsinnig einfach und bequem, Bücher online zu bestellen.
Oder ein Auto zu mieten.
Eine Reise zu buchen.
Einige Dienste sind offline gar nicht verfügbar, aber das ist ein anderes Thema.

Mir geht es in dieser Artikelserie darum, die negativen Auswirkungen von Online-Konten auf unsere Privatsphäre und auf die Souveränität unserer Daten ins Bewusstsein zu rücken.
Daher betrachte ich in diesem Artikel gleich zu Beginn der Serie die Ausstiegsszenarien aus diesem selbstgewählten virtuellen Verwaltungswahnsinn.
Anschließend werfe ich einen dystopischen Blick auf Hintergründe, warum so viele Online-Dienste mit Kontoerstellungspflicht aus dem Boden schießen.
Im Anschluss schaue ich mir den Zusammenhang zwischen Online-Konten und Datenhandel an.
Abschließend richte ich mein skeptisches Auge auf die rechtliche Situation – und ob das die Anbieter dieser Dienste überhaupt tangiert.

Dann werfen wir uns jetzt in die wilde virtuelle Wirrnis der Online-Konten – anschnallen, Luft anhalten, es wird ein wilder Ritt.

Abmelden? Kannste knicken.

Bei vielen Diensten, so ist meine Erfahrung, reduziert sich das Abmeldeprozedere auf diese drei Worte.
Denn abmelden ist schlicht und ergreifend nicht vorgesehen.
Es geht uns bei diesen Diensten wie Mitch McDeere:
Wir können einsteigen und alles ist ganz großartig – wenn wir uns denn den Knebelverträgen der Dienstanbieter unterwerfen – aber wir können nicht mehr aussteigen.

Ein geschickter Schachzug der Profiteure der umgreifenden Digitalisierung unseres gesellschaftlichen Lebens.
Fast noch besser als das Vorgehen von Drogenhändlern.
Diese fixen neue Kunden auch mit Gratisproben an – aber hier hat man – so willens ist und gute Unterstützung erhält – die Möglichkeit wieder aufzuhören.
Wenn die Möglichkeit des Ausstiegs abgeschafft wird hat man jeden neuen Kunden dauerhaft an sich gebunden.
Hat ein bissel was von einem Teufelspakt – sollten wir mal bei Faust und Mephistopheles nachfragen, wie die das so sehen.

Nun, um euch einen Einblick in meine Erfahrungswelt zu geben und euch hoffentlich an der einen oder anderen Stellen dieselbe Erfahrung zu ersparen, schildere ich hier einige meiner Odyseen beim Kampf aus den Fängen diverser Online-Ungeheuer.
Denn eigene Erfahrung ist zwar die edelste Art zu lernen – aber auch die schmerzhafteste.
Nachahmung hingegen die einfachste.

  • eBay: Der Preis der Freiheit ist sehr hoch.
    Man sollte ja vermuten, dass ein Dienst, der schon so lange am Markt ist wie ebay, eine stabile Prozessstruktur etabliert hat.
    Und in der Tat, so ist es. Leider existiert jedoch kein Prozess, der einen abmeldewilligen (Noch-)Nutzer von ebay dabei unterstützt, auszusteigen.
    Weit gefehlt.
    Damit wir uns bei eBay abmelden können, fordert eBay die Preisgabe weiterer persönlicher Daten, die – und das ist mal ein Schlag ins Gesicht der informationellen Selbstbestimmung – an die Schufa übermittelt werden.
    Zur Prüfung.
    Dazu fällt mir wirklich nur ein:
    eBay, habt ihr noch alle Latten am Zaun?
    Mein Rat an Dich, lieber Leser, der du ebay verlassen willst:

    Lösche alle möglichen Daten über dich in deinem Profil.
    Gib möglichst kreativ unstimmige Daten an den Stellen an, die als Pflichtfelder markiert sind.
    Lege abschließend eine Burner-E-Mail-Adresse an und lass dieses nicht mehr zu nutzende eBay-Konto in Ruhe vor sich hin verwesen.

    Möge eBay in einem Sumpf aus nutzlosen Konten untergehen.
    Wer derart willkürlich die Datenhoheit seiner Kunden missachtet, der hat derartige Guerilla-Taktiken als Antwort verdient.
    Es ist grotesk, dass wir dazu gezwungen werden, mehr Daten über uns preiszugeben, um sicherzustellen, dass weniger Daten über uns im Umlauf sind.
    Aber es ist eben nicht das Ziel der Datenkraken, uns bei unserer Datenhygiene zu unterstützen.
    Möglicherweise ist dies jedoch auch ein Geschäftsmodell:
    Noch schnell Daten von einem abmeldewilligen Nutzer abgreifen, damit der zu datenhandelnde Umfang etwas größer und lukrativer wird.

  • eBay Kleinanzeigen: Wenn du gehen willst, dann bettle.
    eBay ist nicht gleich eBay.
    Das lernte ich bereits, als ich mich – fälschlicherweise – zunächst bei eBay angemeldet hatte.
    Wollte ich doch eine Kleinanzeige schalten – keine Auktion starten.
    Naja, kleiner Fehler meinerseits, kann ja mal passieren.
    Kann ich mich ja schnell wieder abmelden.
    Oh, ach, ich armer Tor – falsch gehofft.
    Doch zurück zu eBay Kleinanzeigen.
    Fehlanzeige, was die Anzeige von Abmeldeprozessen angeht.
    Hmm, sollten die doch eigentlich können, so als Kleinanzeigen-Portal?
    Nein, können sie nicht.
    Erst nach mehrmailiger Nachfrage beim Support wurde unwillig meinem Wunsch nach Abmeldung Folge geleistet.
    Auch für euch, eBay Kleinanzeigen:
    Schande über euch!
    Was für ein Armutszeugnis.
    Habt ihr so kleinliche Angst vor der Abwanderung eurer Kunden, dass ihr diese auf eine solch hinterlistige Art und Weise an euch binden müsst?
    Armselig.

Diese Art der kettenartigen Kundenbindung ist mir bei einigen Online-Diensten untergekommen:
mytaxi, LifeTrust, genialokal und andere sind weitere Negativbeispiele für diese Art der Kundenbindung.
Dabei – und das scheint diesen Anbietern nicht klar zu sein – verstoßen sie damit gegen §13 TMG, Absatz 4, Satz 1:

“Der Diensteanbieter hat durch technische und organisatorische Vorkehrungen sicherzustellen, dass
1. der Nutzer die Nutzung des Dienstes jederzeit beenden kann,”

Diese Beispiele haben mir ganz klar gezeigt, wie groß das Machtgefälle zwischen den Datenkraken auf der einen und den Nutzern dieser Dienste auf der anderen Seite ist.
Mir ist vollkommen klar, dass die Frustrationstoleranz der Nutzer komplett ausgereizt wird, wenn sie sich dauerhaft derartigen Beschränkungen, Bevormundungen gar, durch die Diensteanbieter ausgesetzt sehen.

Da ist es schlicht einfacher, aufzugeben und halt in Orwells Namen bei diesem Dienst zu bleiben.
Und wieder hat eine Datenkrake gewonnen.

Ich rufe euch zu, wechselwillige Leser, gebt nicht auf! 
Bleibt hartnäckig!
Ihr habt einen Anspruch auf eure informationelle Selbstbestimmung - und ihr habt das Recht auf eurer Seite!

Wir sollten uns dieses feudalherrschaftliche Vorgehen der Datenkraken nicht gefallen lassen.
Wir sollten diesen unmoralischen Datenhändlern, die sich wie autokratische Despoten aufführen, unseren Widerstand entgegenstellen.

Recht so!

Aber wir sind nicht hilflos – die Politik ist, man mag es kaum glauben, auf der Seite der Nutzer!
Mit der beschlossenen und im nächsten Jahr in Kraft tretenden europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) erhalten wir auch das Recht auf Löschung.
In Artikel 17 werden uns einige fundamentale Rechte zur informationellen Selbstbestimmung über unsere Daten zugesprochen.
Ich finde es zwar sehr unerfreulich, mit rechtlichen Schritten drohen zu müssen, um Forderungen durchzusetzen.
Aber bei derart eklatanten Verstößen gegen die Achtung unserer Privatsphäre halte ich diese Schritte für angemessen.
Wehren wir uns, es geht um unsere Freiheit.

Eine Idee – in den virtuellen Raum gestellt

Ja, so ist das eben, wenn man eine Idee in den Raum stellt.
Dann steht sie da.
Beansprucht Platz, steht einem möglicherweise im Weg rum.

Genau das soll diese Idee auch tun:

Wie wäre es denn mit einem Recht auf Obsoleszenz?

Mir geht es dabei auch um eine Art automatischer Obsoleszenz von ungenutzten Online-Konten.
Dies widerspricht allerdings meiner Kritik an Google hisichtlich ihres aktuellen Vorgehens beim Backup im Online-Speicher Google Drive.
Dort werden bereits  nach sehr kurzer Zeit (nämlich nach zwei Wochen Inaktivität des zugehörigen Google-Kontos) Backups gelöscht.
Meine Idee einer automatischen Löschung von Online-Konten muss an dieser Stelle zunächst eine mehrstufige Interaktion mit dem Kontoinhaber voraussetzen.
Aber, so meine Hoffnung, diese würde uns als Nutzer bei unserer Datenhygiene deutlich helfen.
Marktwirtschaftlich gesehen haben Datenkraken kein Interesse an einem solchen Vorgehen, denn dadurch würde ihnen ja – ganz automatisch – ein Teil ihrer Geld- äh, Datenquellen wegbrechen.
Und das wär ja blöd.

Gimme hope, Manufakturist!

Was können wir konkret tun, wenn wir einen Online-Dienst verlassen wollen – damit will ich heute enden.
Meine erste Empfehlung lautet:

  • Suchen, suchen, suchen!
    Nicht aufgeben.
    Trotz meiner unkenrufartigen Negativbeispiele finden wir doch bei vielen Diensten Hinweise darauf, wie wir uns von diesem auf Wunsch auch wieder abmelden können.
    Zugegebenermaßen oft sehr gut versteckt.
    Aber irgendwo – in den Untiefen im dritten Kellergeschoß, hinter der verschlossenen Tür, in dem Raum, in dem der Lichtschalter schon seit drei Jahren defekt ist.
    Dort – in dem Aktenschrank, der hinter einem Berg rostiger Fahrräder und Tonbandgeräte versteckt ist, dort finden wir eine kurze Anleitung (und einen Link) wie wir uns abmelden können.

Wenn wir nichts finden:

  • Löschung fordern.
    Schreibt eine Mail an den Support.
    Dann schreibt noch eine Mail.
    Droht, jammert, heult, knirscht mit den Zähnen.
    Pestet die Anbieter so lange, bis sie euch ziehen lassen.
    Ihr werdet gewinnen – denn es ist euer Recht, es sind eure Daten.

Was immer hilft:

  • Selbstauskunft fordern.
    §19 BDSG und §34 BDSG gewähren uns das Recht und den Dienstanbietern die Pflicht zur Auskunft über unsere Daten.
    Tut dies, es ist nicht nur sehr erkenntnisreich, was Datenkraken so über uns speichern.
    Sondern es generiert auch Mehraufwand bei den Datenkraken; und damit können wir das Machtgefälle zwischen Datenkraken und uns Nutzern ein wenig nivellieren.

Keine Online-Konten zu haben heißt nicht Totalverzicht:

  • Bestellt per Vorkasse
    Damit umgehen wir die Notwendigkeit eines weiteren Online-Kontos.
    Eine Möglichkeit, der Abmelde-Odysee komplett zu entgehen, ist es, keine Online-Konten anzulegen.
    Das funktioniert bei Online-Shops.
    Wenn wir Vorkasse als Zahlungsweg wählen, müssen wir keine weiteren Daten über uns preisgeben. Zumindest keine, die nicht für den Versand, die Lieferung und Zustellung der Ware notwendig sind.
    Datensparsamkeit ganz praktisch.

Den Kriegshammer auspacken:

  • Beschwerde beim Datenschutzbeauftragen einlegen.
    Das hilft vielleicht nicht Dir direkt – aber es ist eine Maßnahme, um die übrigen Nutzer eines solchen unkooperativen Dienstes zu unterstützen.

TL;DR

  • Eene, meene, Mift – raus bist du noch lange nicht: Abmelden? Kannste knicken.
  • Die Politik stärkt uns den Rücken: Recht so!
  • I have a Dream: Eine Idee – in den virtuellen Raum gestellt
  • Ans Werk, Leser: Gimme hope, Manufakturist!

Betreibt Datenhygiene, auch wenn es nervt und schwierig ist, aber es schützt eure Privatsphäre!

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Wem kann ich trauen

…und muss ich das überhaupt?

Zum Abschluss meiner Reihe über die Vorzüge von E-Mail als digitales Kommunikationsmittel werfe ich heute unter dem Gesichtspunkt
“Wem kann ich trauen?”
einen Blick auf die Anbieter von E-Mail-Diensten.
Mein Hauptaugenmerk liegt dabei – berufsgemäß – auf Sicherheit und dem Schutz der Privatsphäre.
Denn digitale Selbstverteidigung beginnt schon bei der Auswahl des elektronischen Kuriers meiner digitalen Post.

Wem schenke ich meine Gunst?

Nicht nur meine Gunst verschenke ich bei der Auswahl meines E-Mail-Providers.
Sondern schlimmstenfalls meine Daten, bestenfalls nur mein Geld.
Allenfalls auch mein Vertrauen, denn schließlich ist dieser digitale Botendienst für die Übermittlung meiner elektronischen Post zuständig.
Und da soll ja möglichst wenig schief gehen.
Aber wie wähle ich denn nun einen passenden Dienstleister aus?
Grundlegend dampfe ich diese Auswahl auf drei Kriterien herunter:

  1. Der Anbieter sollte in Deutschland beheimatet sein.
    Damit unterliegt er deutschen Datenschutzrecht.
    Und das ist immer noch eines der besseren.
    Darüber hinaus schützt sogar bereits das Grundgesetz in Artikel 10 unsere Briefkommunikation – worunter auch elektronische Post fällt (was jedoch einige Anbieter leidlich ignorieren).
    Wir sollten bei unserer Auswahl eines Anbieters aus Deutschland auch explizit darauf achten, dass dieser seine Datenspeicher- und Rechnerkapazität ausschließlich aus Rechenzentren in Deutschland schöpft – das dient deutlich dem bereits erwähnten Datenschutzgedanken.
  2. Der Anbieter betreibt keinen Datenhandel.
    Das ist gewissermaßen der Super-GAU für die Privatsphäre:
    Mein elektronischer Briefbote wird zum Datenhändler!
    Wenn wir uns das einmal vergegenwärtigen, wird uns gleich klar, dass dieses Verhalten ein No-Go ist.
    Warum dann nur nehmen wir dieses Verhalten so bereitwillig und oft hin?
    Denn das, was die “kostenlosen” Anbieter der verschiedenen Free-Mail-Varianten machen, ist schlicht und ergreifend genau das:
    Datenhandel.
    Sie verkaufen unsere Daten.
    Lassen wir die Empörung beiseite; schließlich leben wir alle in einer marktwirtschaftlich gesteuerten Gesellschaft.
    Die Free-Mail Anbieter müssen schliesslich von irgendetwas leben.
    Luft, Liebe und Ideale sind echt klasse, aber das wird nun aktuell noch nicht als gängige Währung beim Kauf von Speicher, Rechenleistung und Arbeitskraft akzeptiert.
    Auch im Internet herrschen die marktwirtschaftlichen Gesetze.
    “Nicht einmal der Tod ist umsonst. Der kostet das Leben.”
    Wenn wir jetzt allerdings einen Anbieter auswählen, der seine Dienstleistung ganz klar monetär beziffert, dann wissen wir, dass sich dieser seine Dienstleistung nicht durch den Verkauf unserer Daten finanziert. Wir können davon ausgehen, dass uns der Verkauf unserer Daten durch einen Datenhändler deutlich mehr kostet, als den geringen Betrag, den wir für einen kommerziellen Mail-Provider bezahlen.
  3. Die Zahlung ist anonym möglich.
    Das dritte wichtige Argument für einen empfehlenswerten Datendienstleister für unsere elektronische Kommunikation hängt mit dem praktischen Schutz unserer Privatsphäre zusammen.
    Die Zahlung der gebuchten Dienstleistung sollte anonym möglich sein.
    Damit ist auch gleich die Grundlage dafür geschaffen, dass das gesamte E-Mail Konto anonym betrieben werden kann.
    Ein Anbieter hat mittlerweile auch etliche Möglichkeiten, eine Zahlung sicher anzunehmen, die nicht zurückverfolgt werden kann.
    Entweder bezahlen wir bar – das bieten die meisten dieser empfehlenswerten Dienstleister an.
    Oder wir überweisen den Betrag – in anonymisierter Form.
    Wenn wir davor zurückschrecken, Bargeld zu verschicken, dann bieten einige Anbieter mittlerweile auch die Bezahlung per Bitcoin an – und helfen damit obendrein noch dabei, den Ruf der Kryptowährung als seriöses Zahlungsmittel zu stärken.
    Behalten wir an dieser Stelle bitte die Nerven, bevor jetzt entrüstete Leser zetern, ich würde hier dem Terrorismus Vorschub leisten, weil ich anonyme Bezahlverfahren propagiere:
    Die meisten Einkäufe im “echten Leben” werden auch heute noch mit Bargeld beglichen.
    Sind wir dann jetzt alle Terroristen, wenn wir auf dem Wochenmarkt oder im Tante-Emma-Laden bar bezahlen?
    Ich lass das mal so stehen.

Weitere Themen, die zusätzlich als positive Punkte für die Auswahl des passenden Providers herangezogen werden können, sind die Folgenden:

  • Nachhaltigkeit:
    Der Dienstanbieter betreibt seine Server und die Heizung für seine fleißigen Mitarbeiter mit Strom aus regenerativen Stromquellen.
  • Geheimnisvoll:
    Es wird ein durchgängiges Verschlüsselungskonzept angeboten.
    Zum einen natürlich die obligatorische Ende-zu-Ende Verschlüsselung und obendrein noch ein Konzept, um das gesamte Nutzerkonto (inklusive aller darin befindlichen Daten) zu verschlüsseln.
  • Digital-schwäbisch:
    Es wird weitestgehend auf die Sammlung von Daten durch den Anbieter verzichtet.
    Es herrscht Datensparsamkeit. Also das klare Gegenteil dessen, was die Free-Mail Anbieter wie Gmail und Konsorten betreiben.

Konkret jetzt – Empfehlung

Dann lehne ich mich jetzt mal ein bissel aus dem Fenster, lege meine Hände für den einen oder anderen Anbieter ins Feuer und empfehle konkret zwei Anbieter:

  • //Posteo.
    //Posteo.
    Nutze ich selbst.
    Hat alles, was ich im Zusammenhang mit einen guten Provider im letzten Abschnitt als lobenswert aufgezählt habe.
    Die Buchung dieses Dienstes kostet den üppigen Betrag von 1 € pro Monat.
    Auch die weiteren Punkte wie Nachhaltigkeit, ein umfangreiches Verschlüsselungskonzept und die hohe Datensparsamkeit wird von //Posteo. umgesetzt.
    Als weiteres Goodie bietet Posteo auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Anmeldung am Postfach an, was die Sicherheit nochmals erhöht.
    Wer Wert auf Zertifikate legt, liegt bei Posteo ebenfalls richtig:
    Posteo hat als erster Anbieter die Zertifizierung “Sicherer E-Mail-Transport” des BSI erhalten.
  • mailbox.org
    mailbox.org
    Habe ich mir auch persönlich angeschaut.
    Ich würde jetzt sagen: mailbox.org ist das gleiche wie Posteo in orange.
    Nein, wirklich.
    //Posteo. und mailbox.org nehmen sich an allen wichtigen Punkten, die ich erwähnt habe, nichts – auch im Preis sind beide identisch.
    mailbox.org bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit, Büroanwendungen online durchzuführen.

Beide E-Mail-Provider wurden von der Stiftung Warentest in der Ausgabe 10/2016 als einzige Anbieter mit der Note “sehr gut” ausgezeichnet (wie übrigens im Jahr zuvor auch schon).
Daher empfehle ich, die Entscheidung zwischen diesen Dienstleistern dem persönlichen Wohlgefallen, sei es die Farbe (grün oder orange), der Vorliebe der Top-Level-Domain (.de oder .org) oder einem Münzwurf (Kopf oder Zahl) zu überlassen – eine Fehlentscheidung zwischen diesen Anbietern kann nicht vorkommen.

Was können wir noch tun?

Nun, mit der Wahl eines ehrlichen Anbieters hat das Vertrauensverhältnis zur digitalen Post doch schon ein stabiles Fundament erhalten.
Wenn wir uns nun darauf aufbauend an meine bisherigen Empfehlungen zum Thema E-Mail halten, als da wären:

  • Verschlüsselung unserer Kommunikation mittels OpenPGP
  • Klar strukturierte und saubere E-Mails mit ordentlichem Betreff, freundlicher Anrede, einem klaren Thema und einer höflichen Abschlussformel

dann kann eigentlich nix mehr schief gehen.
Wenn wir noch eine Schippe drauflegen wollen, können wir beginnen, E-Mails von Überwachungsmonstern wie Google zu boykottieren.
Denn Google liest nicht nur die Mails von Inhabern eines Gmail-Kontos – nein, sie lesen natürlich auch die Antworten von E-Mail-Schreibern, die gar kein Gmail-Konto haben.
Damit verstoßen sie einfach eklatant gegen unser Recht auf Unverletztlichkeit unserer Brief- und Fernmeldekommunikation.
Wir sollten uns nochmals klar vor Augen führen:
Jeder Provider, der in den USA beheimatet ist, unterliegt dem PATRIOT Act und muss von daher den amerikanischen Behörden Zugriff auf alle Daten gewähren.
Und wenn die Politik an dieser Stelle Google und anderen amerikanischen Anbietern (und Behörden) dafür nicht die rote Karte zeigt, dann sollten wir das in unsere eigenen Hände nehmen.

TL;DR

  • Gute Gründe für Bezahldienste: Wem schenke ich meine Gunst?
  • Zwei Dienste für ein Halleluja: Konkret jetzt – Empfehlung
  • Ist das alles?: Was können wir noch tun?

So, jetzt aber – auf zu posteo.de oder mailbox.org und ein neues E-Mail-Postfach angelegt!

Digital Natives auf Stellensuche

Nunja, früher war nicht alles besser.
Aber zumindest hatten wir Jugendliche noch eine berechtigte Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz trotz unseres nicht gerade karriereförderlichen Lebenswandel.

Zum einen haben wir selbst nicht haarklein unsere diversen jugendlichen Verfehlungen medienwirksam aufbereitet und der halben Welt zur Verfügung gestellt.
Andererseits hatten potentielle Arbeitgeber noch keine Möglichkeit, diese nicht dokumentierten Verfehlungen zu finden und im Bewerbungsprozess gegen uns zu verwenden.
Aber heute ist das anders.

Dein Leben als res publica

Ich stelle einen krassen Wandel in der Bewertung von Privatsphäre fest.
War es für mich früher noch undenkbar alle meine Ideen und Gedanken öffentlich zu machen.
So ist dies heutzutage Normalität.
Digital Natives tragen nicht nur ihre Haut zu Markte.
Nein, sie legen auch ihre Gedanken, Gefühle und alle verfügbaren Beziehungsgeflechte dazu.
Es wird einfach als normal angenommen alles über sein eigenes Leben preiszugeben.
Die Motivation aus der heraus Digital Natives dies tun ist eher zweitrangig.
Zu allen Zeiten sind Jugendliche unreflektiert Trends hinterher gelaufen.
Dies gehört sicherlich zum jugendlichsein dazu.
Allerdings sind die Auswirkungen dieser prä-adoleszenten Probeläufe wesentlich anhänglicher als diese früher waren.
Das Netz ist nicht auf Vergessen ausgerichtet.
Es bleibt alles gespeichert.
Die Frage ist nicht, ob etwas gefunden wird, sondern wann.
Und wann ist meist der Zeitpunkt, der am ungünstigsten für den Datenlieferanten ist.

Die Gedanken sind frei

Jugendliche – und dazu zählen die meisten Vertreter der Gruppe der Digital Natives – haben die Tendenz die Welt als ihren Laufsteg zu betrachten.
Recht so – das ist das Privileg der Jugend, wir waren zu unserer Zeit genauso.
Nur ist dieser Laufsteg jetzt gnadenloser geworden, denn er vergisst keinen Fehltritt – und verzeiht ihn noch weniger.
Jugendliche sollen auch unbedingt in diesem Modus weiterleben, es ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Entwicklung.
Die Gedanken sind frei und der freie Ausdruck derselben muss unbedingt erhalten bleiben.
Es darf nicht sein, dass nur aufgrund der technischen Speichermöglichkeiten und datentechnischen Auswertungstechnologien alle jugendlich-unbedachten Äußerungen auf alle Ewigkeit gespeichert und bei der für den Digital Native unpassendsten Gelegenheit aus dem digitalen Sumpf gezogen und gegen ihn verwendet werden.

Darum rufen wir uns Clemens Brentano und Achim von Arnim wieder in unser Gedächtnis und singen leise vor uns her:

"Ja fesselt man mich
  Im finsteren Kerker,
  So sind doch das nur
  Vergebliche Werke.
  Denn meine Gedanken
  Zerreißen die Schranken
  Und Mauern entzwei:
  Die Gedanken sind frei."

So ist der Kerker heute zwar ein Speicherplatz auf einem Server – aber die Gedanken sind dort Speicherlebenslänglich gefangen.

The past is irrelevant – es geht um deine Zukunft, Digital Native!

In unserem Heulen und Zähneknirschen über die furchtbaren Auswirkungen von Digitalisierung und Big Data richten wir unseren Blick in die falsche Richtung.
Es geht den algorithmischen Auswertern nicht um die Verfehlungen des datentechnisch durchleuchteten Digital Native.
Ziel der Big Data-gestützten Auswertung ist eine Prognose des zukünftigen Verhaltens eines potenziellen Mitarbeiters.

Wir überschätzen die Wichtigkeit unserer unbedachten Kommentare.
Wir werten die Wirkung unserer peinlichen Party-Fotos viel zu hoch.
Wir rechnen den damals als politisch brisant gewerteten Links die wir weitergeleitet haben zuviel Gewicht bei.
Darum geht es den algorithmischen Personalauswählern nicht.
Daran haben sie überhaupt kein Interesse.
Niemand schaut sich die 2597 Fotos an, die der Digital Native Jahr für Jahr in seinem unsozialen Netzwerk gepostet hat – noch nicht einmal er selbst.
Kein Algorithmus wertet die Kommentare aus, die er in seiner Timeline (und der seiner 3587 “Freunde”) hinterlassen hat.

Es geht den Algorithmen einzig um eine Prognose die sich aus dem Profil des Digital Natives ergibt.
Das Profil wird – zugegebenermaßen – aus der Tendenz seiner Fotos, Kommentare und Links erstellt.
Das Tragische an dieser algorithmischen Filterung ist darüber hinaus die Tatsache, dass wir nicht mitbekommen das so ein Profil von uns erstellt wird.
Wir haben auch keinen Einblick darin, nach welchen Kriterien der Algorithmus uns filtert.

Das Vorgehen der Datenkraken ist das genaue Gegenteil der Transparenz, die von Internetkonzernen wie Google oder Facebook werbewirksam nach außen plakatiert wird.
Diese Datensammler wollen keine Transparanz – sie wollen gläserne Datenlieferanten, die freiwillig ihr Leben als Datenmienen im Besitz des einen oder anderen Internetkonzerns fristen.

Digitale Hygiene

Wohin damit?
Immer fallen sie einem vor die Füße, die Auswirkungen der Daten die wir so acht- und sinnlos in den virtuellen Raum gepostet haben.
Was fort ist, ist fort.
Ein gesprochenes Wort kann auch nicht zurückgenommen werden.
Über die bereits veröffentlichten Kommentare und Fotos brauchen wir uns keine schlaflosen Nächte mehr machen.
Schauen wir nach vorn und überlegen, was wir tun können.
Und die Möglichkeiten sind Legion!

Beginnen wir zunächst mit dem ersten Schritt unserer digitalen Hygiene:
Datensparsamkeit.
Was wir nicht ausplaudern kann uns auch nicht vor die Füße fallen.
Ich widerspreche hier Eric Schmidt mit seiner entsetzlichen Philosophie

"Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun."

indem ich sage

"Tu was du willst, aber posaune es nicht überall herum."

Das klingt nämlich vielmehr nach ein Gentleman genießt und schweigt.
Ich folge hier eher dem Auryn

"Tu, was du willst"

und ergänze es um

"...und halt die Klappe!"

Wir können wirklich alles tun, aber wir sollten uns durch drei einfache Fragen selbst prüfen, ob wir alles öffentlich machen sollten.
Damit helfen wir uns und allen anderen.
Denn wenn wir unsere Abenteuer nach dem 3-Fragen-Konzept veröffentlichen, erhöhen wir die Qualität unseres digitalen Outputs und reduzieren den Datenmüll, mit dem wir ansonsten das globale digitale Dorf verschmutzen.

Fragen wir uns vor jedem Post:

  • Ist es hilfreich?
  • Ist es gut?
  • Ist es freundlich?

Schock deine Suchmaschine – vernebel deine Anfragen

Ein anderes Mittel, um die Erstellung eines Profils über uns zu erschweren ist der Einsatz von TrackMeNot.
TrackMeNot erzeugt einen Nebel aus zufälligen Anfragen an verschiedene Suchmaschinen, ganz automatisch während wir uns im Internet tummeln.
Damit erzeugen wir ein gewisses Datenrauschen, mit dem wir es den Datenkraken erschweren uns wahren Absichten zu erkennen.
Damit sind wir gewissermaßen die Daten-Tintenfische im Kampf gegen die Datenkraken.

Diese technische Hilfsmaßnahme ist nur ein zusätzlicher Schutz – wir dürfen uns niemals allein auf technische Maßnahmen verlassen.
Wir müssen einen Wandel in unserem Bewusstsein über unseren Umgang mit unseren Daten erreichen.
Das Bewusstsein, dass alle Daten die wir in irgendeiner Form aus unserer Hand geben irgendwann zu uns zurückkehren – oft nicht in der gewünschten Form, muss uns ein grundlegender Leitgedanke werden.
Dann können wir in datensparsamer Form entspannt und gut mit unserer digitalen Kommunikation umgehen.

TL;DR

  • Öffentlichkeitsarbeit – Dein Leben als res publica
  • Sei wild, sei frei – Die Gedanken sind frei
  • Gone is Gone, Prognose ist das Ziel – Es geht um deine Zukunft, Digital Native
  • Clean your stuff – Digitale Hygiene
  • Im Nebel – Schock deine Suchmaschine – vernebel deine Anfragen

Und jetzt?
Gib dich der Freiheit hin – aber mit Sinn und Verstand

Fragen? Anmerkungen?

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[Update: 2017-08-17 @ 08:48]

Mails, Mäßigung und digitale Mündigkeit

Nachdem ich mich im vergangenen Artikel über die Möglichkeiten, möglichst anonym zu browsen und zu chatten, ausgebreitet habe, beschäftige ich mich in diesem Artikel über weitere Möglichkeiten, möglichst unbehelligt zu kommunizieren.
Allerdings geht es jetzt nicht mehr primär darum, unter dem Radar der Überwacher zu fliegen – dazu ist E-Mail mit seinen Protokollen schlicht nicht geeignet – sondern es geht mir vielmehr um die Möglichkeiten einer geschützten Kommunikation, die den Anforderungen des Artikels 10 unseres Grundgesetzes gerecht wird:

“(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.”

Anschließend mache ich noch einen thematischen Ausflug in das wundervolle Reich der Profilerstellung und die Fragestellung, wie wir dort möglichst ungestreift durchkommen.

Kryptisch, kryptisch

E-Mail Kommunikation sollte – ganz wie seinerzeit der gute alte Brief – vertraulich sein.
Das ist zumindest meine Erwartungshaltung, wenn ich den Nachfolger eines lang etablierten Kommunikationsmediums an dessen Statt mit gutem Gefühl einsetzen will.

Ein Brief ist – so lange der ihn beinhaltende Umschlag ordentlich verschlossen ist – vertraulich.
Nur mit einem gerüttelt Maß an krimineller Energie gelangt ein Unberechtigter in Besitz des so versiegelten Inhalts.
Meine Erwartung an die Brief-Nachfolgetechnologie E-Mail ist an dieser Stelle, dass eine ähnliche Sicherheit hier schon allein technisch gewährleistet wird.

Mitnichten, wie ich an dieser Stelle verdeutlichen will.
E-Mail und die ihm zugrunde liegenden Protokolle SMTP, IMAP, POP3 verfügen jedoch keineswegs über inhärente Sicherheitsmechanismen.
Noch nicht einmal über das profane versiegeln des Inhalts durch so etwas wie einen verschlossenen Umschlag.
Da uns jedoch Artikel 10 des Grundgesetzes eine private und vertrauliche Kommunikation zusichert (auch digital und das umfasst eben auch E-Mail) müssen wir uns an dieser Stelle in guter digitaler Selbstverteidigungs-Manier um unsere eigene Sicherheit und Vertraulichkeit bemühen.
E-Mail war, als dessen Protokolle entworfen wurden, eben nicht für eine sichere und vertrauliche Kommunikation entworfen.
Nun ja, wir sehen leider bei immer mehr Entwicklungen, dass der Trend “Privacy last“, eher die Regel als die Ausnahme darstellt.
Drum greifen wir tapfer in unseren digitalen Werkzeugkasten und sorgen selbst für einen versiegelten Umschlag um unsere Mails.

OpenPGP bietet als offener Verschlüsselungsstandard genau das Werkzeug, welches wir uns zum Schutz unserer Kommunikation gewünscht und auch bekommen haben.
Der einmalige initiale Aufwand, um eine auf OpenPGP basierende Verschlüsselung unserer E-Mail Kommunikation einzurichten, hält sich – gemessen am Nutzen den wir (und unsere Kommunikationspartner) daraus schöpfen – in sehr überschaubaren Grenzen.
Der Charme dieser Lösung liegt darin, dass alle gängigen Betriebssysteme – macOS, Linux und Windows – diesen Standard implementieren.
Ebenfalls setzen auch alle in der Breite verfügbaren E-Mail Clients auf dieses Protokoll.

Was wir jetzt noch tun müssen, ist, unsere Kommunikationspartner dahingehend zu impfen, dass diese auch den Schritt weg von der digitalen Postkarte zum versiegelten elektronischen Brief gehen.
Denn verschlüsseln funktioniert nur, wenn alle beteiligten Parteien mitmachen.
Mit dem Einsatzt von OpenPGP in unserer Mail-Kommunikation haben wir jetzt einen wirklichen Vorteil gegenüber der bisherigen freundlichen Schneckenpost:
Die Nachricht ist nicht nur versiegelt sondern auch wirklich verschlüsselt.
Der Empfänger kann sicher sein, dass niemand außer ihm die vertraulichen Inhalte lesen kann.
Bisher konnte der Empfänger eines klassischen Briefes nur sehen, ob sich jemand unerlaubt Zugriff auf den Inhalt verschafft hat.
Das sehen wir jetzt auch mit Hilfe von OpenPGP.
Aber wir können nun aufgrund der starken Verschlüsselung, die hinter OpenPGP steht, auch sicher sein, dass kein Unbefugter (selbst wenn die Kommunikation abgefangen wird) den Inhalt lesen kann.

Mäßige dich, privatsphären-affiner Surfer

Ein weiteres Thema, welches uns zwar nicht unter den Radar der digitalen Datenräuber tauchen lässt, uns aber dennoch ein Plus an Freiheit bringt, ist Datensparsamkeit.
Wenn wir uns bewusst sind, dass alle Daten, welche die Datenkraken über uns in ihre gierigen Datenschlünde ziehen können, uns zu unserem Nachteil gereichen, dann ist es nur logisch, möglichst wenig über sich preiszugeben.
Datensparsamkeit ist schlicht das einfachste und effektivste Mittel, möglichst wenig “Futter” für eine Profilerstellung zu liefern.
Dazu können wir parallel zwei Wege beschreiten.

Zum einen sollten wir stets überlegen, welche Daten für einen Dienst zur Erbringung seiner Dienstleistung tatsächlich notwendig sind.
Wir sollten auch immer abwägen, ob ein Posting, ein hochgeladenes Bild oder ein Kommentar auf der unsozialen Plattform unserer Wahl

  • gut?
  • hilfreich?
  • freundlich?

ist.
Ist die Antwort auf eine dieser Fragen ein nein (oder auch nur ein mäßiges hmmnöö), dann sollten wir tunlichst Abstand von unserem Post-Wunsch nehmen.

To much information can kill you.

Und das gilt für beide Sichtweisen:
Zu viele Informationen über dich killen dich ebenso wie zu viele Informationen von dir.

Der zweite Weg zum Schutz vor zuviel preisgegebener Information ist der Einsatz von Adblockern, Tracking-Verhinderern und ähnlichen Schutzwerkzeugen wie uBlock Origin, Privacy Badger und NoScript.
Diese schützen uns vor der Datensammlung durch Datenkraken, die ganz ohne unser Zutun im Hintergrund unserer Surf-Aktionen stattfindet.

Digitale Mündigkeit

Mir kommt Kant in den Sinn – mit seiner Antwort auf die Frage “Was ist Aufklärung?

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Ich bin der Ansicht, dass wir eine neue Mündigkeit in Bezug auf unsere Daten, unsere Privatsphäre und unsere Freiheit erkämpfen müssen.
Wir müssen unseren Verstand einsetzen und erkennen, dass wir von unterschiedlichen Seiten unmündig gehalten werden.
Wir müssen uns aus dieser Unmündigkeit befreien, indem wir verstehen, welche Rechte wir an unseren Daten, an unserer Privatsphäre haben.
Wir müssen lernen, Fähigkeiten zu entwickeln, um für unsere Freiheit und unsere Privatsphäre einstehen zu können.
Dadurch werden wir datenmündige Bürger eines offenen und freien digitalen Raumes, welcher uns bereichert und Entwicklungsmöglichkeiten bietet – anstatt uns zu überwachen und zu manipulieren.

TL;DR

  • hinter Schloß und Siegel: Kryptisch, kryptisch
  • verschwiegen: Mäßige dich, privatsphären-affiner Surfer
  • erfahren sei der Mensch, frei und gut: Digitale Mündigkeit

Und jetzt?
Sei kantig, Mensch!
Selbstverteidige dich digital.

Was mach ich mit meiner Privatsphäre bei Twitter?

Bevor ich mir heute einige Gedanken zur Privatsphäre bei Twitter mache, verewige ich hier zunächst noch einige Worte zur 5. No-Spy Konferenz in Stuttgart.

No-Spy Logo
No-Spy

Die No-Spy war mein erstes Barcamp.
Naja, es war ja gar kein “richtiges” Barcamp – so behaupten auf jeden Fall Hardcore-Barcamper, denn einige Vorträge waren bereits vorab geplant.

Naja, dazu fällt mir eigentlich nur Matsuo Basho ein:
Lerne die Regeln sorgfältig, und dann – vergiss sie.

Auf jeden Fall war es ein ganz hervorragende Konferenz, die mir wieder neue Ideen gegeben hat, bereits bekanntes weiter verinnerlicht, einiges aufgerüttelt und mich generell auf meinem Weg bestärkt hat.
An dieser Stelle auch nochmals meinen Dank an alle denen ich zuhören durfte, konnte, wollte und auch Dank an alle, die mir zugehört haben :)
Und sowieso Danke für alle Gespräche, in die ich involviert war.

Aber ich will mir ja heute einmal Gedanken über Twitter und Privatsphäre machen.
Wie geht das zusammen?
Geht das überhaupt zusammen?
Worüber muss ich mir im Klaren sein, wenn ich Twitter nutze?

Pseudonym ist Recht hier!

Twitter lässt – und das möchte ich hier wirklich lobend erwähnen – die Verwendung eines Pseudonyms zu.

Im Gegensatz zu Facebook, welches mit seinem Klarnamenzwang gegen das Telemediengesetz verstößt.

Denn hier heißt es in §13, Absatz 6:
Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.

Zu dieser Überzeugung kommt auch Johannes Casper, der Hamburger Datenschutzbeauftragte.
Aber ich bin abgeschweift.
Ich wollte ja kein Facebook-Bashing betreiben, sondern Twitter als an dieser Stelle vorbildlich hervorheben.

Vor allem sehe ich auch gar keinen Grund, die Möglichkeit zur Verwendung von Pseudonymen zu unterbinden.
Denn die Schwachmaten, die ihre Hate-Speech ins Netz jammern, bekommen wir ja dank Vorratsdatenspeicherung eh raus.
Weil pseudonym heißt nicht anonym :)

Du bist, wem du folgst: Profilbildung durch Following

Neben der Nachverfolgbarkeit aufgrund von IP-Adressen-Zuordnung bietet Twitter auch noch viel geschicktere Möglichkeiten der Identifikation seiner Nutzer.

Liebe Twitter-Nutzer, bitte denkt nicht, bloß weil ihr hier mit einem Pseudonym unterwegs seid, seid ihr anonym unterwegs.
Nein, grundsätzlich könnt ihr – und aktuell aufgrund der im letzten Jahr beschlossenen
Einführung einer Speicherpflicht und Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten” für 10 Wochen – anhand eurer IP-Adresse ermittelt werden.
Aber es geht noch viel besser und einfacher, ein Bild über euch zu erhalten.
Allein aufgrund der Twitter-Accounts, denen ihr folgt, kann ein ganz klares Profil von euch erstellt werden.

Dieses Profil kann jetzt auch mehrfach eingesetzt werden:

  • es gibt ein klares Bild über eure politische Entscheidung ab:
    Wenn ihr größtenteils links-radikalen Hetzgruppen folgt, dann werdet ihr eher nicht der Volksfront von Judäa zugerechnet.
    Folgt ihr jedoch eher den militanten Treehuggern, so werdet ihr wohl auch eher als der Judäischen Volksfront anhängig betrachtet.
  • kommerziell ist dieses Profil jedoch auch spannend:
    Folgt ihr nur Nestlé, Proctor&Gamble und ähnlichem Schmutz, so bekommt ihr höchstens Hass-Tweets von Greenpeace und Sea Shepherd.
    Wenn ihr jedoch nur den Pandabären von WWF und eurer lokalen Demeter-Tanzgruppe folgt, seid ihr wohl ziemlich sicher davor, von Air America und Pepsi-Carola gepestet zu werden.

Deswegen:
Drum prüfe, wem ich ewig folge – es könnte auf mich zurück fallen – ziemlich blöd.

Twitter als Informationskanal

Für mich stellt sich Twitter sowieso am besten in seiner Funktion als schneller Kanal zur Informationsgewinnung dar.

Einige Hersteller, sowohl von Hard- als auch von Software, sind dazu übergegangen, Informationen ausschließlich über Twitter zu verbreiten.
Mir als Schellackplatten-Schubser ist das ein bissel suspekt, aber ich kann es akzeptieren.
Es ist halt sehr praktisch, um auf die Schnelle kurze Informationen unter das mir folgende Volk zu bringen.
Die rigide 140-Zeichen-Reglementierung zwingt mich auch dazu, mich sehr kurz zu halten.
Dies hat den Vorteil, dass an dieser Stelle nicht die Gefahr besteht, ins Schwafeln zu geraten.
Nein, 140 Zeichen und dann ist Schluss.
Kurz – und hoffentlich gut.
Was ich bei der schnellen Info über eine Produktneuheit auch tatsächlich zu schätzen weiß.

Wenn man nichts zu sagen hat…

…einfach mal die Klappe halten.
Das sind natürlich schon die höheren Weihen der Twitter-Nutzung.

Die kurze und schnelle Frequenz der Tweets bei Twitter verleiten auch ganz schnell dazu, dass man in den Zwitscher-Irrsinn verfällt und seinen noch so seichten Senf zu jedem hereingeschneiten Tweet abgeben muss.
Nein, das muss man nicht.
Twitter kann auch lehren, einfach einmal zu schweigen.
Auch in 140 Zeichen geht das.

Jens’ Practices

  • Nutze ein Pseudonym – Twitter erlaubt es sogar explizit!
  • Verknüpfe deinen Klarnamen nicht mit dem Pseudonym – sonst bringt das ganze gar nichts!
    Nutze einen eigenen E-Mail Account für deine Twitter-Aktivitäten.
    Häng nicht deine Handynummer mit in die Sache rein – sonst wird dein Profil ein ganz klares sein :)
  • Setze ein gutes Passwort ein: es muss ein eigenes sein, ein langes und gutes – lies nochmal hier nach.
  • Es wird ein Profil über dich erzeugt, versuche so objektiv wie möglich zu sein. Twitter versucht natürlich auch, eine Filterblase um dich herum aufzubauen. Wenn du dies weißt, kannst du entsprechend damit umgehen.
  • Nutze Twitter gezielt zur Informationssuche – es ist schnell, es ist aktuell – und gerade deswegen bestimmt nicht umfassend und objektiv :)
    Wenn du dich intensiv mit einem Thema beschäftigen willst, ist Twitter der falsche Kanal dafür.
  • Schweigen ist mehr wert als goldgepresstes Latinum:
    Nicht jeden Tweet, den du liest, musst du kommentieren.

TL;DR

  • No-Spy: Aluhut-Dichtenmessung
  • Pseudopoden und Antonyme: Pseudonym ist hier Recht!
  • Profiler sind hinter dir her: Profilbildung durch Following
  • Ich hab den Informationskanal voll: Informationen durch Twitter
  • Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben: Nicht alles muss kommentiert werden
  • Best Practices: Jens’ Weisheiten am Rande des Nervenzusammenbruchs

Und jetzt?
Abschalten, offline gehen und die Seele durchlüften.

Was mach ich mit meiner Privatsphäre bei Facebook?

Die Frage klingt ein wenig schillernd:
Was willst du mit den Daten? sprich!
Nun, auf Seiten von Facebook ist diese Frage schnell und klar beantwortet:
Damit ich dir mehr relevante und personalisierte Werbung aufdrücken kann!
Das allerdings klingt jetzt ein wenig nach dem bösen Wolf aus Rotkäppchen.
Aber immerhin trifft das ja auch ganz gut zu.
Denn der Unternehmenszweck, den Facebook verfolgt, liegt nun einmal in der Steigerung der Werbeeinnahmen durch möglichst geschickt platzierte Werbeflächen.
Aber worum geht es denn den Datenlieferanten, den Mitgliedern bei Facebook, wenn sie bereitwillig ihre persönlichsten Momente und sonstige Daten an Facebook abgeben?

Ich will mich heute nicht in Vermutungen ergehen, aus welchem Grund Menschen ihre Daten bei Facebook preisgeben. Vermutlich finden wir bei den 1,65 Milliarden Mitgliedern 4,38 Milliarden unterschiedliche Gründe dafür.
Was ich hier jedoch vorstellen will, sind Risiken, denen sich diese 1,65 Milliarden Mitglieder beim Veröffentlichen ihrer Daten auf Facebook aussetzen.

Mach dir (d)ein Bild – Gefahren durch Selfies und sonstige Fotos

Selfies (und alle weiteren analog benannten Abarten davon) bieten durch ihre automatisch erzeugten und hochgeladenen Metadaten hervorragende Möglichkeiten, um weitere Informationen über das hochladende Mitglied zu erhalten.
Uhrzeit und Geokoordinaten sind dabei meiner Ansicht nach noch die augenfälligsten Metadaten, die dem unachtsamen Nutzer dabei die Privatsphäre zerhageln können:
Blöd zum Beispiel, wenn hier aus dem vermeintlichen Krankenstand ein Foto vom Strandausflug gepostet wird, natürlich mit genauem Zeitstempel.

Geodaten – ich bin nicht daheim, liebe Einbrecher

Ein ganz besonders unvorsichtiges Vorgehen beim Hochladen von Fotos – oder direkt noch besser in der Funktion, seinen aktuellen Aufenthaltsort auf Facebook bekannt zu machen, ist das Missachten oder Ignorieren von Geodaten.
Was schon als Metadaten in Fotos verräterisch ist, zeigt sich in der Verwendung der Möglichkeit, seinen aktuellen Standort zu posten als noch kritischer.

Wenn ich angebe, dass ich gerade für einen zweiwöchigen Urlaub auf den Seychellen gelandet bin, braucht es keinen Raketenwissenschaftler, um daraus zu schließen, dass ich die nächsten zwei Wochen nicht in meinem Haus in Oer-Erkenschwick bin.
Ergo: Freie Bahn für versierte (Daten)-Diebe.

Profilneurose: Personenbezogene Daten

Das ganze Gejammer von Facebook, der öffentlichkeitsliebende Nutzer möge doch noch seinen Wohnort, Lieblingsverein und seine persönlichen musikalischen Top-Ten angeben, dient lediglich dazu, einen besseren konsumwirksamen Hebel ansetzen zu können, um diesem Nutzer noch mehr nutzlose Dinge zu verkaufen, die er schon immer nicht haben wollte.
Kurz gesagt, es ist lediglich eine Marketingstrategie, welche die aktuelle Fokussierung auf die Möglichkeiten von Big Data im Zusammenhang mit sozialen Medien ausnutzt.

Das ist nichts Innovatives, das ist lediglich die konsequente Fortsetzung der marktwirtschaftlichen Prämisse des kontinuierlichen Wachstums – übertragen auf den Bereich der sozialen Medien.

Filterblase: Ich weiß besser, was du suchst

Auch der Bereich der profilbasierten Vorselektion der für mich “relevanten” Inhalte ist nur ein weiterer Versuch, mich zu mehr Konsum zu bewegen.
Da die Filterblase, in welcher ein Facebook-Nutzer schwebt, direkt mit dem von ihm erstellten Profil zusammenhängt, ist es an dieser Stelle auch keine Rocket Science, dass auch diese Ausprägung von Manipulation auf den gesteuerten Konsum des Nutzers abzielt.
Leider führt dieses System der Filterblase auch dazu, dass der Nutzer in seinen Interessen immer eindimensionaler und langweiliger wird.
Aber das ist auch das Ziel von Facebook:
Eindimensionale und langweilige Nutzer sind besser zu manipulieren.

Mir fällt an dieser Stelle wieder Adolph Freiherr Knigge ein:
Sei nie ganz müßig!
Lerne dich selbst nicht zu sehr auswendig, sondern sammle aus Büchern und Menschen neue Ideen.
Man glaubt es gar nicht, welch ein eintöniges Wesen man wird, wenn man sich immer in dem Zirkel der eigenen Lieblingsbegriffe herumdreht, und wie man dann alles wegwirft, was nicht unser Siegel an der Stirne trägt.

Adolph Knigge Freiherr
Von Users Webmaster@sgovd.org, AxelHH on de.wikipedia, Gemeinfrei, Wikimedia Commons
Mit der Filterblase, in die Facebook seine Nutzer durch die immer detailliertere Abfrage von Begriffen, die einen Nutzer (aus Sicht von Facebook) ausmachen, will Facebook eine erfolgreichere Platzierung “relevanter” Werbebotschaften erreichen.

Manipulation: Wir wollen, dass du bist wie wir dich wollen

Ziel der bereits angesprochenen Punkte Erzeugung eines Profils und Erstellung einer Filterblase passend zu diesem Profil ist die Manipulation des Facebook-Nutzers.
Dabei steht letzten Endes der Verkauf von Werbeplätzen und Nutzerdaten.
Facebook ist – und bleibt ;) – laut eigener Aussage kostenlos.
Nun, da ist “kostenlos” halt ein dehnbarer Begriff.

Dienste müssen nicht unbedingt offensichtlich Geld in bekannter Währung kosten. Moderne Dienste, und da sind sich die Denker und Kritiker der Digitalisierung unseres Lebens einig, kosten unsere Daten und unsere Aufmerksamkeit, wenn sie nicht ganz transparent unser Geld als Gegenleistung fordern.

Jaron lanier.JPG
Canticle at en.wikipedia [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons
Und eine weitere Aussage von Jaron Lanier zu diesem Thema untermauert dies sehr schön:
Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt.
Denn als Kunde würdest du ganz transparent deine gebuchte Dienstleistung bezahlen.
Als Produkt wirst du nur als Datenlieferant ausgebeutet (hier passt auch ganz schön der Begriff vom Data-Mining).

Drum prüfe, wer sich ewig öffnet

Dir, lieber Facebook-Nutzer, sollte unbedingt einiges über deine Tätigkeiten bei Facebook klar sein:

  • dir gehört nichts mehr, was du hier hochlädst
  • du wirst auf Klick und Tipp getrackt, überwacht und manipuliert
  • du findest keine objektiven Informationen, es ist alles bereits für dein Profil vorselektiert
  • Facebook wird dich nicht ziehen lassen:
    deine Kontakte, deine Inhalte kannst du nicht (ohne größere Anstrengung) mitnehmen
  • du wirst per Standardeinstellung durchleuchtet:
    willst du etwas nur eingeschränkt mitteilen, musst du dich durch viele, sich ständig ändernde und immer komplizierter werdende Einstellungen kämpfen

Was kann ich tun?

Nicht resignieren! Das ist mein erster Rat.
Wenn du Facebook nutzt, um dich zu informieren oder auszutauschen – tu es.
Aber sei dir gewahr, dass du überwacht, manipuliert und bedrängt wirst, beständig mehr über dich preis zu geben.

Für mich ist das nichts.
Für mich ist dies das krasse Gegenteil von Souveränität über meine Daten.
Ich freue mich jedoch, wenn ich dir schon einen Einblick in das Vorgehen von Facebook geben konnte.

Meine Empfehlungen, wenn du Facebook weiter nutzen willst:

  • sei datensparsam:
    gib möglichst wenig Daten über dich preis.
  • sei kreativ:
    nutze deine Fantasie um das über dich erzeugte Profil zu verwirren.
    Wie wäre es einmal mit einem anderen Geschlecht?
    Oder einem regelmäßig wechselnden Geburtstag?
  • sei wachsam:
    schnüre die Privatsphären-Einstellungen so stramm wie möglich – und bleibe am Ball, das Einzige was Bestand hat, ist der Wandel!

TL;DR

  • Fotos rauben Seelen – oder zumindest Daten
  • Hier bin ich! – Geodaten verraten mehr als tausend Bilder
  • Meine Daten für euch: Wie ich mich selbst verkaufe
  • Wir sagen dir, was du willst: Gefangen in der Filterblase
  • Wir wissen, was du willst: Manipulation
  • Daten bleiben für immer: was ich poste bleibt ewig bestehen
  • Was kann ich tun: Drei Tipps für einen gesunden Umgang mit Facebook

Aber besser noch:
Raus aus dem digitalen Sumpf – zurück zur Hoheit über die eigenen Daten!

Warum posten eigentlich alle?

Heute starte ich mit meinem nächsten Themen-Block soziale Netzwerke.

Als Einstieg beschäftige ich mich deshalb mit der Frage, die mir ständig durch die Gehirnwindungen geistert, wenn ich wieder so einen Smartphone-schwingenden Datenterroristen sehe.
Entweder wenn dieser sein Kind fotografiert und das Bild zu Facebook hochlädt (und damit auch gleichzeitig die Privatsphäre seines Sprösslings mit Füßen tritt und obendrein dessen Karriere als zukünftiger Lohnsklave verhindert) oder auch wenn er selbst einen weiteren geistlosen Kommentar zur aktuellen Wetterlage in Castrop-Rauxel in den ewigen digitalen Datenarchiven hinterlässt.
Warum posten eigentlich alle?

Ich muss einen Beitrag leisten

Meine erste Vermutung, warum dieser nahezu unstillbare Drang zur digitalen Inkontinenz besteht, ist die unterschwellige Aufforderung von social Media, dass wir ja alle einen Beitrag leisten müssen, damit social Media funktioniert und nicht plötzlich in in völliger Bedeutungslosigkeit verpufft.
Liebe Leute, glaubt ihr wirklich alle, dass eure Belanglosigkeiten, die ihr so freigiebig in die virtuelle Welt postet auch nur einen Otter vor dem Hungertod oder einen Ureinwohner am Amazon vor dem nächsten illegal hochgezimmerten Staudamm bewahrt?

Was hilft mir dabei, um festzustellen, ob ich etwas posten sollte?
Drei einfache Fragen:

  • Für wen ist es hilfreich?
  • Ist es freundlich?
  • Ist es gut?

Und wenn bei diesen Fragen die Antworten “ja” lauten – und bei der ersten Frage die Antwort mehr als “für mich und <Datenkrake deiner Wahl>” lautet –
dann zähl erstmal mit angehaltener Luft langsam bis zehn.

Wenn du jetzt immernoch der Ansicht bist, dass du einen wertvollen Beitrag zur Rettung des nordsibirischen Otters oder der Kultur der indigenen Völker im Amazonas-Regenwald beizutragen hast, dann poste deinen Beitrag.

Sei dir jedoch immer bewußt, dass dein Beitrag zu einem ungleich höheren Teil den Datenkraken zu Gute kommt (einfach weil diese dadurch wieder einige weitere Datenpunkte für dein Profil bekommen) als deinem “Freundes”-Kreis.

Ich muss unsterblich werden

Falls du nach digitaler Unsterblichkeit strebst, dann poste einfach weiter bis dein Datentarif explodiert.
Tatsächlich machst du dich mit dem posten digital unsterblich, denn derzeit bleibt wirklich alles gespeichert, was wir in der unendlichen digitalen Müllhalde hinterlassen.

Und dank der ständig effizienter werdenden Korrelationsmöglichkeiten der Datenkraken werden diese Dinge auch immer wieder gefunden werden und mit uns in Zusammenhang gebracht.
Und wieso überhaupt Digitalisierung zur Erreichung der Unsterblichkeit nutzen?

Ich halte es für weit schöner, hilfreicher und zielführender die eigene Unsterblichkeit durch etwas zu erreichen, das man wirklich der Welt hinterlässt und nicht nur den Datenkraken als digitale Fußspuren.
Quantität ist auch bei dem Ansinnen nach Unsterblichkeit der Feind der Qualität. Bloß weil ich mit jeden Meter, den ich mit meinem Fitness-Tracker aufgezeichnet und in die Cloud geladen habe eine digitalen Fußabdruck hinterlassen habe, heißt es nicht, dass mich dieser bis in alle Ewigkeit aufgezeichnete Weg meiner Unsterblichkeit näher bringt.

Weil es doch alle tun

Jemine, was ist das denn für ein Argument?
Weil es alle tun?
Weil alle was tun? Wer sind alle?

Diese Begründung ist nur eine unzulässige und langweilige Verallgemeinerung.
Ich tue nichts, weil alle dies tun – schon gar nicht, wenn es für mich bedeutet datentechnisch die Hosen runterzulassen und mein innerstes nach außen zu kehren.

Wir werden keine bessere Gesellschaft wenn alle alles über alle wissen.
Geheimnisse zu haben und zu behalten, einen geschützten Raum – meine Privatsphäre – den ich nur für mich habe und mit niemandem teile, das ist nicht nur wahrer Luxus, nein das ist eine Notwendigkeit unseres Lebens als soziales Wesen.

Gerade die Tatsache, dass ich mich abgrenze von meinen Mitmenschen, macht mich mehr zu einem aktiven Mitglied der Gesellschaft.
Wenn alle alles über alle wissen, dann haben wir nur noch einen undifferenzierten Brei.
Und aus diesem undifferenzierten Brei kann nichts entstehen.
Aus der Differenz zwischen mir aus meiner Privatsphäre und der daraus erwachsenden Interaktion mit den Menschen um mich herum entsteht wirkliches Leben.

Was tue ich stattdessen?

Wie bei den Ansätzen aus dem Minimalismus-Bereich, wo es darum geht mit möglichst wenigen Besitztümern glücklicher zu leben, halte ich auch einen Daten-Minimalismus für einen wundervollen, leichten und nachhaltigen Weg um dem Drang, alles zu posten zu entgehen.
Ich habe festgestellt, was für ein befreiendes Erlebnis es ist, alte Daten zu löschen oder einen Online-zu Account löschen, ein soziales Netzwerk zu verlassen.
Mir ist klar, dass viele Nutzer sozialer Netzwerke die Angst quält, dass sie den Kontakt zu ihren “Freunden“, zur Gesellschaft verlieren, wenn sie einem sozialen Netzwerk den Rücken kehren.

Aber keine Furcht, treue Leser, das Gegenteil ist der Fall!

Die Kontakte zu den wirklichen Freunden vertiefen sich, der Austausch mit meinen Mitmenschen wird besser und direkter.
Es fallen sicherlich quantitativ “Freunde” weg, doch auch an dieser Stelle wiederhole ich:
Quantität ist der Feind der Qualität!
Ein Mensch kann sowieso nur knapp über 100 Kontakte als einzelne Menschen differenzieren.
Er schafft es generell nur mit ein Paar Dutzend Menschen näheren Austausch zu pflegen und lediglich eine Handvoll echte Freunde sind ideal für ein glückliches und erfülltes Leben.

Und davon ausgehend meine Empfehlung:
Triff dich mit deinen Bekannten und Freunden!
Triff dich im wirklichen Leben, nutze keinen Chat dazu.
Trinke, tanze und lebe mit diesen wirklichen Begleitern in deinem Leben.
Teile dein Leben mit Menschen – nicht deine Daten!

Und wenn du deine Gedanken der Welt mitteilen willst?
Schreib ein Buch!
Behalte die Souveränität über deine Daten und teile deine Ideen der Welt mit anstatt nur deine Daten an irgendeine Datenkrake zu verschleudern.
Es ist mittlerweile so einfach, das eigene Buch zu veröffentlichen – dazu muss ich nicht an einen Verlag gebunden sein.
Ich kann es als Selfpublisher selbst herausgeben.
Eine wundervolle Unterstützung finde ich dabei bei bookmundo.
Hier werde ich als Autor unterstützt und begleitet bis zum fertigen Buch.
Und das wundervolle dabei ist:
meine Daten bleiben bei mir – dort wo sie hingehören.

TL;DR

  • stell dich beitragsfrei: Ich muss keinen Beitrag leisten
  • My undying data: Unsterblichkeit auch ohne digitale Datenspuren
  • Geh deinen eigenen Weg: Tue es nicht, weil alle es tun
  • Was bleibt mir sonst: Empfehlungen für ein datensouveränes Leben

Und jetzt?
Greife zum Telefonhörer und ruf den ersten Menschen an, der dir einfällt – das ist wirkliches soziales netzwerken!

Wir überwachen dich – weil wir doch nur dein Bestes wollen!

Nachdem ich in der letzten Woche meine Sichtweise auf staatliche Überwachung dargestellt habe, widme ich mich heute der Überwachung mit kommerziellem Hintergrund.

In diesem Überwachungsspiel geht es unseren Mitspielern nicht um unsere Sicherheit, sondern einzig und allein um unser Bestes – unsere Daten.
In dieser Spielrunde ist es nicht das Ziel, dass wir unsere Daten behalten oder gar selbst darüber bestimmen, was mit unseren Daten geschieht.
Nein, hier geht es darum, wie unsere Mitspieler an so viele unserer Daten wie möglich herankommen – möglichst ohne, dass wir das merken.

Denn auch hier gilt:
Wissen ist Macht.
Und – um Francis Bacon noch ein wenig mehr zu strapazieren – ich bin der Ansicht, dass Wissen, welches ich habe, und von dem der Datenlieferant nicht weiß, dass ich es habe, ist sogar noch mehr Macht.
Aber das klingt jetzt nicht ganz so griffig wie die prägnante Formel des britischen Philosophen.

Unternehmen Datenabzug

Was nach einer militärischen Operation klingt ist das inzwischen täglich mehrfach praktizierte und gut etablierte anwanzen von kommerziellen Unternehmen, um an unsere Daten zu kommen.
Sei es die einschläfernd langweilige Frage “Haben Sie Payback?” (wobei schon allein die fragwürdige Frageform die schiere Begeisterung der Fragenden zu diesem Thema zum Ausdruck bringt) oder die inflationär eingesetzten “Pflichtfelder” eines Anfragsformulars bei der Registrierung zum nächsten sinnlosen Dienstanbieter.

Das Ziel ist überall das gleiche: Sie wollen unsere Daten.
Sie wollen so viele wie möglich – alle, die sie kriegen können.
Sie wollen alle, die wir – mehr oder wenig – freiwillig rausrücken.
Sie nutzen dazu alle Mittel, die ihnen einfallen:

  • einschmeicheln
  • Wichtigkeit vorgaukeln
  • drohen
  • betteln

Eines haben diese Mittelchen allerdings gemeinsam:
Sie sind armselig.

Und wie einen Fixer, der uns um seinen nächsten Schuss anbettelt, so sollten wir auf die Anbiederungen der Datenkraken reagieren:
Ablehnen.
Wir sollten Mitleid mit den Datenfixern haben.
Wir sollten ihnen helfen – indem wir ihnen den nächsten Schuss verweigern.

Damit wir schneller finden, was wir gar nicht gesucht haben

Targeted Advertising – klingt für mich ein wenig so, als sei ich jetzt auf der Abschussliste für Gefährder gelandet – ist aber nicht ganz so schlimm (oder schlimmer, denn Targeted Advertising überlebe ich und ruiniere mir dadurch jedoch meine Finanzreserven).
Zielgerichtete Werbung, das ist eines der Dinge, welches kommerz-orientierte Unternehmen mit meinen Daten anfangen wollen.
Sie wollen mich besser kennenlernen, damit sie mir zukünftig die Dinge andrehen können, die ich schon immer nicht haben wollte.
Also ist werbetechnisch eigentlich alles wie bisher auch, nur mit einem Touch mehr “aber wir wissen doch, wie du tickst”.

Ob die Wirksamkeit dieser Targeted Advertising Idee tatsächlich so hoch ist, wie die Marketing-Abteilungen der diversen Internet-Giganten ihren Kunden und sich selbst glauben machen wollen, ist noch nicht bewiesen.
Ich zumindest habe seitenweise “wissenschaftliche Belege” dafür gefunden, dass es regelrecht die bisherigen Werbeformen – von Plakatwerbung über Radiowerbung bis hin zum klassischen TV-Spot – als eine Obsoleszenz des vorigen Jahrtausends darstellt.
Allerdings frage ich mich dann, warum wir eben diese Werbeformen immer noch überall sehen.

Nein, das wirklich perfide und störende an zielgerichteter, also auf uns vermeintlich zugeschnittener Werbung ist, dass sie den Eindruck vermittelt, uns persönlich anzusprechen.
Und darauf fahren wir als Menschen halt echt ab.
Das das Zeug dahinter der gleiche Müll ist, den wir noch nie brauchten – eben wie bei der klassischen Werbung – ist zweitrangig.

Eine weitere Ärgerlichkeit – und hier schlägt mir die Handlungsweise dieser Datensammelterroristen so richtig auf mein privatsphären-affines Gemüt – ist die Tatsache, dass ich durch diese verdammte Targeted Advertising-Rotze überall mittels Tracking verfolgt werde, damit ich eben noch besser persönlich angesprochen werden kann.
Denn wenn die Datenhorter noch mehr darüber wissen, wo ich mich rumtreibe, dann können sie noch besser den Eindruck von persönlich auf mich zugeschnittener Werbung vermitteln.

Wenn du aus diesem Fenster gesprungen bist,

…dann legst du dich auch hinter diesen Zug.
Ungefähr so sinnvoll sind die “Empfehlungen”, mit denen uns Amazon und ähnlich anbiedernde Händler zum Einkauf noch einer dritten Waschmaschine bringen wollen.
Wo bitte liegt denn der Sinn, mir dann, wenn ich gerade eine Waschmaschine gekauft habe, noch fünf andere Waschmaschinen anzubieten?

Dieses Beispiel aus dem wa(h)ren Leben (ok, es war ein Kühlschrank und keine Waschmaschine) zeigt, wie sinnlos das Empfehlungsverfahren aufgrund von Tracking überhaupt ist.
Eine moderne Waschmaschine (und hier bringe ich wieder das bereits verwendete, wundervolle Wort Obsoleszenz ins Spiel) hat eine Lebenserwartung von rund zehn Jahren.
Warum um Himmels Willen, will man mir, kurz nachdem ich meine Waschmaschine gekauft habe, gleich noch eine andrehen?
Das ist vollkommen hirnrissig und lässt mich rat- aber nicht hilflos dastehen.

  1. Damit man mir keine blöden Vorschläge aufgrund meiner bisherigen Suchen machen kann, lösche ich jedes mal die Cookies in meinem Browser.
  2. Ich gehe ich ein lokales Fachgeschäft meines Vertrauens, lasse mich kompetent beraten und kaufe meine Waschmaschine dort.

Don Johnston gefällt rosa Briefpapier

…Vielleicht willst auch du eine rosa Schreibmaschine kaufen.
In welcher Welt leben die Online-Händler überhaupt, wenn sie davon ausgehen, dass ich mich für ein Produkt entscheide, bloß weil der eine (oder auch 10.345 andere virtuelle) Kunden ein ähnliches Produkt gekauft haben?

Aus den von uns gesammelten Daten werden vollkommen sinnlose und realitätsferne Schlüsse gezogen, die dennoch als Anlass genommen werden, uns zu einem weiteren unnötigen Kauf zu überreden.

Ich will das nicht.
Ich bin so viel Individuum, dass ich möglichst nicht hören will, dass irgendjemand einen ähnlichen Geschmack hat wie ich.
Das ist doch total bäh!

Genug gemotzt, tun wir etwas dagegen.
In diesem Fall lautet meine Empfehlung:

Legt keine Konten bei Online-Händlern an.

  1. Wenn keine Konto-Historie von dir vorliegt kann auch kein Profil daraus gebildet werden.
  2. Ist kein Profil verfügbar kann dieses auch nicht mit verschwurbelten Pseudo-Korrelationen mit anderen Profilen verbunden werden :)

Wehrt euch!

Jetzt habe ich noch eine kleine Nachreichung zum letztwöchigen Thema staatliche Überwachung.
Kauft euch noch schnell Prepaid-SIM-Karten für eure liebgewonnenen Smartphones.
Denn laut einem geplanten neuen Anti-Terror-Gesetz unserer Bundesregierung, welches am kommenden Mittwoch, den 25. Mai im Schnellverfahren durch den Bundestag gepeitscht werden soll, soll das anonyme Kaufen einer Prepaid-Karte verboten werden.

Ein Hoch auf staatliche Überwachung!
Alles natürlich für den Terror!
Also, gegen den Terror und gegen uns natürlich.
Also für unsere Bequemlichkeit.
Also, damit wir nicht allzuviel selbst denken müssen.
Wisst schon!

TL;DR

  • Operation Datenschnorchel: Mission Datenabzug
  • Ich weiß, was du willst: Damit wir schneller kaufen was wir niemals wollten
  • Buy this, they say: Wenn du aus diesem Fenster springst…
  • Rosa Briefpapier sucht alte Schreibmaschine: Don Johnston gefällt…
  • Wehrt euch: Kauft Prepaid-SIM-Karten

Achso…und nicht die Prepaid-Karte auf eure Adresse und eure übliche E-Mail Adresse anmelden!
Wisst schon: kreative Datensparsamkeit und so ;)