VPN und Privatsphäre

Hmm, doch mal ein technisch klingender Artikel 🙂
Naja, lassen wir uns nicht abschrecken und konzentrieren uns darauf, was diese Technologie jetzt für uns tun kann.
Aber ganz kurz zum Einstieg, was is’ nu ein VPN?
Ein VPN ist ein virtuelles privates Netzwerk, also ganz grob gesagt ein sicherer Tunnel durch das unsichere Internet, der nicht abgehört werden kann. Wer gerne mehr über die Technologie lernen möchte, bei Wikipedia wird das ganze ausführlich beschrieben.
Wie hilft VPN jetzt meine Privatsphäre zu schützen?
Durch die Verschlüsselung der Daten während der Übertragung wird die Sicherheit der Daten gewahrt. Das bedeutet, niemand hat etwas davon, wenn er mir meine Daten während der Übertragung abschnorchelt. Alles was der Datenabschnorchler sieht, sind unleserliche Daten. Aus diesem Grund ist VPN ein unerlässliches Werkzeug zum umfassenden Schutz unserer Privatsphäre. Es errichtet einen sicheren Tunnel für unsere Daten durch das Minenfeld der Überwacher.
VPN hilft mir auch noch von anderer Seite.
Dadurch, dass ich auswählen kann, mit welchem Server ich mich verbinde, kann ich Inhalte abrufen, die mir aufgrund irgendwelcher Bestimmungen (Digitale Rechteminderung, Zensur) in dem Land, in dem ich mich physisch befinde, nicht verfügbar sind.
Somit ist VPN insbesondere für Länder mit einer rigorosen Zensur des Internets geradezu eine Notwendigkeit, um ein ungefiltertes Bild der Welt erhalten zu können (und sei es nur, um selbstgewählt in die Filterblase bei Facebook oder Twitter einzusteigen 😉 ):
Aber auch in so freiheitlichen Ländern wie Deutschland (hust, hust) ist es durchaus sinnvoll ab und zu ein VPN zu bemühen.
Ich denke hier gerade nur an so digital rechtegeminderte Inhalte, die uns auf Youtube nur mit dem traurig-schmollenden Smiley (ist ein trauriger Smiley eigentlich ein Smiley? [ach ne, das heißt ja Emoticon]) präsentiert werden, der mir sagt: “Dieser Inhalt ist in deinem Land leider nicht verfügbar”. Was für ein idiotischer Rotz. Natürlich ist er verfügbar, aber die Content-Mafia lässt es halt nicht zu…also greifen wir zu Mitteln der digitalen Selbsthilfe in der Form von VPN und verbinden uns mit einem Server in einem Land, wo der Inhalt verfügbar ist. Voila.
Was VPN jedoch nicht bieten kann, ist Anonymität.
Wir haben bei der Verwendung von VPN immer noch eine IP-Adresse, mit welcher wir identifiziert werden können. Und mit den wundervollen Mitteln der Vorratsdatenspeicherung können wir damit immer noch ermittelt werden.
Außerdem werden wir mittlerweile über viel subtilere Methoden, als über unsere IP-Adresse ausgehorcht.
Und gegen Tracking-Maßnahmen wie Cookies oder Verhaltensanalyse unseres Tipp-Verhaltens hilft kein VPN.
Gegen Cookies hilft das regelmäßige Löschen unseres Browser-Caches und gegen die Verhaltensanalyse meines Tipp-Verhaltens gibt es – zumindest für Chrome ein Plug-in: Keyboard Privacy.
Dieses Tool, initiert von Paul Moore, verschleiert erfolgreich die uns ganz eigene Art, Eingaben über die Tastatur zu machen 🙂
Um anonym im Netz unterwegs zu sein, kann man das Tor-Netzwerk nutzen. Dieses dient zur Anonymisierung im Internet.
Wie kann ich jetzt aber VPN nutzen?
Wenn mir jetzt klar ist, dass ich VPN nicht als Wundermittel zum Schutz meiner Privatsphäre nutzen kann (das Wundermittel zum Schutz meiner Privatsphäre trage ich immer bei mir: Kopf hoch! Gehirn einschalten – Daten behalten), gibt es einige Dienste, die mir die notwendige Infrastruktur bieten, um eine gesicherte Verbindung für meine Kommunikation aufzubauen. Ich finde VyprVPN eine ganz passable Lösung (und mir gefällt der Name und das Logo 🙂 ) – ich schaue halt mit entspanntem Schulterzucken über die großartigen Werbeaussagen hinweg. Is’ halt Marketing 🙂
Mike Kuketz hat in seinem Blog das Thema VPN und die Illusion der Anonymität noch ausführlicher beleuchtet.