Urlaub mit geringem Datenabdruck

Hier stelle ich einige Tipps und Gedanken vor, die uns helfen können, einen Urlaub mit einem erhöhten Maß an Privatsphäre und einem reduzierten Datenabdruck zu verbringen :
Für mein Beispiel nehme ich jetzt mal eine Flugreise auf die Kanaren (schön warm, auch in dieser Jahreszeit und nicht zu weit weg, weil ich keine Lust habe den halben Urlaub im Flugzeug zu verbringen).
Klassischerweise fliege ich dort hin…die Alternative Zug und Schiff geht auch und ist sicher ein wenig anonymer, aber das versuche ich dann vielleicht in meinem nächsten Sabbatical mal…
Also gut, für den Flug muss ich gezwungener Maßen einige Daten über mich preisgeben.
Hier werden leider meine persönliche Daten, teilweise bis zu meiner Personalausweisnummer, abgefragt, gespeichert und an unsere transatlantischen Freunde übertragen, die wollen ja schließlich auch wissen, wo ich Urlaub mache…
Aber schon bei der Buchung des Mietwagens lässt sich die Datenspur, die ich hinterlasse deutlich reduzieren.
Hier werden zwar auch einige Daten über mich benötigt, da ich einen Mietvertrag abschließe und mir die Anmietung per E-Mail bestätigt wird, aber durch die folgende Maßnahme kann ich meinen Datenabdruck deutlich reduzieren und verwischen.
Ich lege für genau diese Mietwagenbuchung ein eigenes E-Mail-Konto bei einem kostenlosen E-Mail Provider an.
Dafür wähle ich einen Namen für das E-Mail-Konto, welcher nicht mit mir in Verbindung gebracht wird.
Bei der Einrichtung des E-Mail-Kontos lasse ich meiner Kreativität freien Lauf: Hier erfinde ich Namen, Adressdaten und sonstige Angaben, welche der Provider eben so gerne von mir erfahren möchte.
Diese sind jedoch für den Zweck des gewählten Dienstes vollkommen unerheblich, gehen den Provider nichts an und sind schlicht überflüssiger Daten-Ballast 🙂
Darum, werdet subversiv und kreativ, um eure Privatsphäre an dieser Stelle zu schützen!
Um im Urlaub ab und zu (ab und zu! Urlaub sollte offline stattfinden!), online zu sein, nutze ich einen VPN-Dienst wie HideMyAss!. Damit kann meine online-Aktivität auch über ein unsicheres öffentliches WLAN nicht mitgelesen werden.
HideMyAss! bietet dafür ein passendes Paket an, welches man sich für seinen Urlaub buchen kann.
Mir reicht ein Monatsabo, damit komme ich bequem für meinen Urlaub zurecht. Wir sollten daran denken, unseren Account vor dem Urlaub im sicheren Heimnetz anzulegen, da die VPN-Software ja noch installiert und eingerichtet werden will. Die Einrichtung selbst ist recht einfach und HideMyAss! bietet Clients für die drei großen Betriebssystem-Digitope Linux, MacOS und Windows.
Falls wir es bisher noch nicht getan haben, sollten wir spätestens jetzt vor dem Urlaub einen Zugangsschutz für unsere Funkgeige und Tablet einrichten. Damit verhindern wir schon grundlegend, dass jeder der physikalischen Zugriff auf unsere technischen Helferlein hat, auch gleich Zugriff auf die darin gespeicherten Daten bekommt…
Ganz wichtig hierbei ist auch: nutzt niemals, niemals eure biometrischen Daten wie euren Fingerabdruck als Zugangskontrolle.
Denn ein Passwort kann ich ändern, wenn mein Handy geklaut wird.
Aber ich habe nur zehn Finger… 😉
Wir sollten auch daran denken, dass wir auch aus dem Urlaub nicht jeden Schmarrn posten sollten.
Wir machen den Urlaub für uns, damit wir genau jetzt diesen Moment genießen können.
Überlegt euch einfach, wie wichtig es für euch ist, dieses Bild online zu stellen.
Schreibt doch lieber eine Postkarte, das ist viel persönlicher und in unserer zunehmend digitalisierten Welt freut sich der Empfänger darüber viel mehr, als einfach noch einen Post in seiner Timeline zu lesen…
Wäre es nicht viel spannender nach einem Urlaub einen klassischen Dia-Abend mit Freunden zu machen und dabei über den Urlaub zu sprechen?
Außerdem sollten wir im Hinterkopf behalten, dass wenn wir ein Bild von den Seychellen posten, weiß schon jeder – ganz ohne die Auswertung der Metadaten – dass wir nicht daheim sind.
…und sowas kann natürlich ganz entspannt auch von anderen ausgewertet werden…schließlich sind die Daten ja online
Ich finde es im Urlaub auch immer sehr entspannt, wenn ich eine Woche lang mal gar keine Mails abrufe.
Es erdet mich wieder, weil ich sehe, dass ich nicht so wichtig bin, wie ich manchmal vermute.
Auch ohne mein Zutun, ohne mein Lesen von Newslettern dreht sich die Welt weiter.
Ich nutze das als Gradmesser, um festzustellen, welche Newsletter ich aktuell brauche. Denn habe ich einen Newsletter eine Woche lang nicht gelesen und nichts dabei vermisst, dann kann ich auch getrost vollständig darauf verzichten diesen weiterhin zu lesen 🙂
…und schon habe ich wieder Zeit für mich gewonnen und meinen Kopf wieder ein Stück freier gemacht.
Ich probiere im Urlaub einfach gerne etwas neues, analoges aus.
Meine Sprachkenntnisse testen, stricken, ein neues Buch lesen, meditieren.
Diese geschenkte Zeit Urlaub sollten wir wirklich für uns nutzen und nicht an die virtuelle Welt verschwenden.