Wir brauchen ein Opt-in!

Vor kurzem habe ich mich für einen Opt-out in der echten Welt in Bezug auf Kundenkarten ausgesprochen.
Dieser Ansatz ist falsch, wie ich jetzt erkenne. Meiner Ansicht nach ist es ein Irrsinn, dass wir uns ständig und überall aus einer standardmäßig bestehenden Datenschnüffelei abmelden müssen!
Wenn wir unsere Daten für etwas hergeben wollen, dann müssen wir uns aktiv dafür entscheiden können.
Es ist doch waglich zum Spucken, dass wir automatisch immer stärker überwacht und verfolgt werden und wir es gar nicht mitbekommen – es sei denn wir entscheiden uns aktiv dagegen.
Ich bin wirklich empört, dass immer neue Technologien entwickelt werden, die uns auf immer perfidere Weise durchleuchten und in eine Schublade stecken.
Ich halte es weiterhin auch für eine Frechheit, dass uns im gleichen Atemzug von den datensammelnden Unternehmen gesagt wird, wir könnten uns ja dagegen entscheiden. So wie Facebook dies jetzt wieder einmal getan hat.
Nicht nur, dass sie uns jetzt verfolgen, wenn wir eine Webseite öffnen, die einen “Like”-Button enthält (genau, nicht wenn wir darauf klicken, nein es reicht jetzt eine solche Seite zu besuchen…), sondern sie lügen uns auch in unser digitales Gesicht, wenn sie behaupten, wir könnten dem in den Privatsphären-Einstellungen ja widersprechen.
Nein, können wir eben nicht.
Wir können in den Privatsphären-Einstellungen sagen, dass wir die auf diese Weise erstellte personalisierte Werbung nicht SEHEN wollen.
Wir können damit jedoch nicht verhindern, dass dadurch ein personalisiertes Profil von uns ERSTELLT wird.
Und auch dieses neue – und auch jedes andere neue datensammelnde – Feature, wird zunächst als Standard aktiviert.
Möchte man sich dagegen entscheiden, so muss man es aktiv deaktivieren.
Und weil mit jedem Update – so ist es z.B. auch bei iOS – wieder neu nachgefragt wird und wieder erneut die Standardeinstellung auf Zustimmung gesetzt ist, wird der Anwender nach und nach weichgekocht.
Steter Tropfen schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.
Irgendwann ist man als Anwender dieser ewigen und dauernden Nachfragerei so überdrüssig, dass man entnervt resigniert und schulterzuckend denkt: “was solls, ich hab doch nix zu verbergen…”.
Und auf diese Resignation bauen die Datenkraken.
Die Datensammelwut ist so groß und der Atem der Unternehmen so lang, dass sie geduldig warten…und sich immer neue “Privatsphären”-Einstellungen ausdenken, bis auch der letzte Widerstand gebrochen ist.
Wenn wir jedoch unsere Privatsphäre und unsere Freiheit behalten wollen, dürfen wir jedoch nicht resignieren.
Wir müssen uns weiterhin empören, wir dürfen nicht in Apathie versinken.Es geht um unsere Privatsphäre.
Wir haben etwas zu verbergen.