There is no Safe Harbor

Da habe ich tatsächlich nicht damit gerechnet.Und gerade darum ist es umso schöner.
Also nicht, dass ich mit der Sicherheit meiner Daten die ich nach Amerika schicke gerechnet hätte. Nein, aber ich hatte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass Europe vs. Facebook vor dem EuGH gewinnt.
Richtig, Max Schrems hat mit seiner Klage gegen Facebook gewonnen!
Zunächst will ich an dieser Stelle Max Schrems für sein Durchhaltevermögen, seinen Mut und sein Engagement danken.
Mir gibt dies Mut und das gute Gefühl, dass meine Arbeit an der richtigen Stelle ansetzt. Der Schutz der Privatsphäre beginnt bei mir selbst. Ich muss damit beginnen meine Daten zu schützen. There is no Safe Harbor. Gib deine Daten nicht raus, dann musst du dir auch keine Gedanken machen, welche fadenscheinigen Versprechungen die Datenkraken abgeben um deine Daten zu schützen.
Der einzige Safe Harbor für deine Daten ist bei dir selbst und nicht in irgendeinem transatlantischen Rechenzentrum.
Wir müssen einfach wieder zu Erkenntnis kommen, dass es eine schlechte Idee ist, seine Daten – ganz besonders seine wichtigen Daten wie z.B. Passworte – einem Cloud-Service zur Verfügung zu stellen.
Auch noch einem amerikanischen!
Amerika wo Datenschutz nicht einmal als Idee bekannt ist und Datensparsamkeit für ein Übel wie Welthunger gehalten wird, was bekämpft werden muss.
Nein, there is no Safe Harbor, denn Privatsphäre hat den wesentlichen Bestandteil doch schon im Namen: Privat.
Etwas was privat ist muss in erster Linie von mir selbst geschützt werden. Wir müssen wieder lernen, unsere Privatsphäre als etwas Unveräußerliches zu bewahren.
Ich rufe euch zu: Schützt eure Privatsphäre! Lernt digitale Selbstverteidigung! Macht eine Datenentgiftung!

Wir brauchen ein Opt-out aus dem Datensammelirrsinn in der realen Welt

Welche Möglichkeiten habe ich in der realen Welt zum data detoxing?
Diese Frage stelle ich mir seit einiger Zeit im Zusammenhang mit dem unsäglichen Datenhunger der Kundenkarten-Mafia.
Es ist ja mittlerweile fast egal wo ich einkaufen gehe, überall werde ich nach der einen oder anderen Kundenkarte gefragt:
“Payback?”
“DeutschlandCard?”
“GummibärchenClub?”
Nicht nur der abgrundtief traurige Mangel an kommunikativen Fähigkeiten schmerzt. Nein, auch die schiere Unausweichbarkeit der Frage ist nervtötend.
In der virtuellen Welt habe ich die Möglichkeit, mich von jedem störenden oder unpassenden Werbeangebot abzumelden.
Aber in der echten Welt bleibt mir dieser Ausweg verwehrt.
Klar, ich habe die Wahl diese Läden zu meiden und nur noch dort einzukaufen, wo sich diese schleichende Seuche der datenhungrigen Bedarfsoptimierer noch nicht durchgesetzt hat.
Nur darf das nicht der Weg sein.
Wenn uns in der virtuellen Welt ein Weg angeboten wird, ein Angebot auszuschlagen, dann muss uns diese Möglichkeit in der wirklichen Welt auch gegeben sein.
Und bis dahin schlage ich zivilen Ungehorsam vor: beugt euch nicht dem Diktat der Datenkraken!
Erleichtert euch und macht es diesen Datensammlern klar, dass es auch unglaublich nervt, ständig bedrängt zu werden eure Daten preiszugeben – für einen schlechten Preis auch noch 🙂
Marc-Uwe Kling hat das sehr schön in seinem Lied von der Verweigerung zusammengefasst.
Darum nochmal mein Aufruf:
Verweigert die Datenherausgabe um eure Privatsphäre zu schützen.