Urlaub offline

Ein Urlaub ist ein prima Gelegenheit sich selbst wieder einmal einem Data Detox zu unterziehen 🙂
Genau das habe ich gerade gemacht.
Ich war einige Tage im schönen Bad Birnbach und habe vollkommenes offline-sein genossen. Kein Handy-Empfang. Nichts. Herrlich.
Das Apartment ist eine Oase der Ruhe und bietet alles, was ich für einen Urlaub zum Data Detoxen brauche: Ruhe, Natur und neue Eindrücke.
Mit Data Detox verhält es sich so wie mit Meditation:
Ein Meister kann sich überall detoxen, auch wenn um einen herum toxische Einflüsse sind.
Ein Anfänger sollte sich eine Umgebung suchen, die ihn in seinem Detox untestützt.
…und eine solche Umgebung habe ich in meinem Urlaub gefunden.
Dieser Urlaub hat mir viel gebracht: Ruhe, Erkenntnis und Kraft.

Glorifiziert die Werkzeuge nicht

Wir sollten alle im Blick behalten, dass wir bei der digitalen Kommunikation nur Werkzeuge benutzen.
Sobald wir anfagen, diese zu glorifizieren und eine Weltanschauung daraus machen, verlieren wir uns darin und den Zweck aus den Augen.
Es geht darum, entspannt und auf vielfältige Arten miteinander zu kommunizieren.
Es ist vollkommen belanglos, auf welchem System wir das tun, solange das System uns die Möglichkeit gibt, sicher und möglichst anonym miteinander in Kontakt zu treten.
Ob das System jetzt einen Apfel, einen Pinguin oder ein Fenster vor sich her trägt ist vollkommen egal.
Wenn wir anfangen uns über diese Symbole zu definieren und die anderen deshalb abzuwerten, machen wir uns noch lächerlicher als wir sowieso alle schon sind.
Bitte, haltet euch vor augen, wie es war, als wir noch mit Füller auf Papier geschrieben haben.
Es war dem Papier ganz egal, welcher Füller benutzt wurde und es war dem Empfänger noch gleichgültiger. Der Empfänger hat sich einfach gefreut, einen Brief von euch zu bekommen. Einen Brief, der liebevoll von Hand geschrieben wurde.
Hier war auch keine Werbung für das Papier oder die Tinte im Brief dabei, es ging einfach um den Inhalt.
Bringen wir unsere Kommunikation doch wieder an diesen Punkt, dass der Inhalt wichtig ist.
Das Werkzeug ist einfach das: ein Werkzeug.
Es soll seinen Zweck erfüllen, sichere Kommunikation. es soll nicht die Botschaft sein. Es soll diese nur transportieren.

Was sind toxische Daten?

Wenn wir betrachten, warum wir die Entgiftung unserer Daten durchführen sollten, können wir zwei Seiten unterscheiden, die von der Toxizität der Daten betroffen sind:
Der Sender der Daten und der Träger der Daten.
Wenn Sender und Träger der Daten dieselbe Person sind, ist die Möglichkeit Einfluss auf die Giftigkeit der Daten zu nehmen am größten.
Wenn Alice Daten über sich selbst veröffentlicht, können sich diese Daten als toxisch für sie erweisen.
Aus diesen Daten wird ein Profil von Alice erstellt werden und diese Daten werden verwendet, um Alice zu überwachen.
Wenn Sender und Träger der veröffentlichten Daten unterschiedliche Personen sind, wird es für den Träger der Daten schwieriger, Einfluss auf die Toxizität der veröffentlichten Daten zu nehmen. Dies liegt zum Teil daran, dass der Träger der Daten möglicherweise gar nicht weiß, dass Daten über ihn veröffentlicht wurden.
Wenn Alice Daten von Bob veröffentlicht, können diese Daten sowohl für Alice als auch für Bob toxisch sein.
Zunächst sind diese Daten für Bob toxisch, da Bob gar nicht wollte, dass diese Daten veröffentlicht wurden. Aus diesen Daten kann nun ein Profil von Bob erstellt werden.
Andererseits sind diese Daten, die Alice über Bob veröffentlicht hat, auch für Alice toxisch.
Sind es falsche Daten, die Alice veröffentlicht hat, wird es ihren Ruf als Datenlieferant schädigen.
Sind es Daten, von denen Bob nicht wollte, dass sie veröffentlicht werden, sind diese Daten insofern toxisch, als dass sie die Beziehung zwischen Alice und Bob schädigen.
Falsche Daten über sich selbst zu veröffentlichen, um ein falsches Profil über sich zu erstellen, ist ein Trugschluss.
Denn Datensammler erstellen aus allen Daten ein Profil. Ihnen ist es egal, ob die Daten korrekt oder falsch sind.
Bei Big Data in der Wirtschaft zählt nicht die Korrektheit der Daten, hier zählt allein die Menge der gesammelten Daten.
Die Toxizität von Daten hat noch eine dritte Seite: Die Datenmenge.
Sobald zu viele Daten auf einen Menschen einströmen, werden auch diese Daten toxisch.
Sind Daten in kleinen Mengen sinnvoll und hilfreich, so wirkt eine Flut von Daten sehr schnell toxisch.
Dabei ist es egal, ob die Datenflut aus einer Quelle kommt, z.B. zu viele Nachrichten aus dem Instant Messenger, oder ob eine große Anzahl Datenquellen (Mail, Twitter, Zeitung und Facebook) jeweils eine kleine Datenmenge liefern. Zuviel ist einfach sehr schnell zuviel.
Daher ist hier als Quintessenz zu sagen: Datensparsamkeit hilft gegen toxische Daten.
Darum gilt für das Data Detox immer: weniger Daten ist mehr.